BR Volleys schlagen Düren 3:0 : Spiel eins nach dem Terror

Das Bundesligaspiel der Volleys gegen Düren war mehr als ein Bundesligaspiel - es war der erste Auftritt eines Berliner Profiteams nach den Attentaten von Paris.

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Nicolas Le Goff war von den Ereignissen in Paris sehr ergriffen.
Nicolas Le Goff war von den Ereignissen in Paris sehr ergriffen.Foto: imago/Contrast

Beim Einlaufen ist eigentlich alles wie immer gewesen. Nicolas Le Goff sprang auf das Feld in der Max-Schmeling-Halle und klatschte sich mit dem Maskottchen Charly ab. Danach blickte der französische Mittelblocker der BR Volleys für eine Weile allerdings nur auf den Boden. Die Bundesligapartie am Samstag zwischen seinem Team und Düren war das erste Heimspiel einer Berliner Profimannschaft nach den Anschlägen in Paris. Es ging natürlich um den Sieg und um Punkte, und dementsprechend freuten sich auch die Spieler der Volleys über den deutlichen 3:0 (25:21, 25:22, 25:20)-Sieg. Aber es war auch zu spüren, dass es eine besondere Partie war.

"Wir haben keine Angst"

Kurz vor Spielbeginn, als sich die Teams nebeneinander aufgestellt hatten, ergriff der Hallensprecher das Wort und senkte die Stimme. Die Volleys hätten sich eigentlich dem Volleyball-Entertainment verschrieben, sagte er, heute wolle man dies etwas gedämpfter tun. Dann bedankte er sich bei den 3985 Zuschauern. „Danke, dass Sie gekommen sind und zeigen, dass wir keine Angst haben.“

Danach folgte eine Schweigeminute. So still war es kurz vor dem ersten Ballwechsel wohl noch nie in der Max-Schmeling-Halle. Nur die Lüftungsanlage war zu hören. Dürens Spieler hielten eine französische und eine deutsche Flagge in den Händen. Dürens Außenangreifer Dennis Barthel hatte sich ein kleines Bändchen in den Farben der französischen Tricolore um den Arm gebunden. Le Goff, der in Paris geboren ist, blickte währenddessen noch immer auf den Boden. Schon vor dem Spiel hatte er sich per Videobotschaft auf der Facebook-Seite der Volleys an die Fans gewandt: „Schreckliche Dinge sind in Paris passiert, ich denke jetzt natürlich an meine französischen Freunde und hoffe, dass es ihnen wieder besser geht. Aber ich hoffe auch, dass viele Fans in die Halle kommen.“

Und nach der Schweigeminute lief alles auch wieder ziemlich normal ab. Es war ja immer noch ein Spiel der Volleyball-Bundesliga. Und als Le Goff dann den ersten Punkt für die Berliner erzielte, jubelte er natürlich auch. Zwar war die Hallenmusik etwas ruhiger, aber die Fans und Spieler freuten sich selbstverständlich lautstark über Punkte und Blocks. Den ersten Satz gewannen die Volleys ziemlich sicher 25:21. Der zweite Satz war dann deutlich umkämpfter. Die Dürener schlugen besser auf und setzen die Berliner so stärker unter Druck. Lange führten die Gäste mit zwei Punkten (14:16). Diesen Rückstand konnten die Volleys dann aber dank ihrer individuellen Klasse wieder aufholen. So blockte Paul Lotman allein einen Angriffsschlag, und Tsimafei Zhukouski gelang ein Ass. Und die Mannschaft von Trainer Roberto Serniotti holte auch den zweiten Durchgang mit 25:22.

Im dritten Satz konnten die Berliner sich erneut schnell absetzen (14:10) und gewannen den Durchgang 25:20. So bleiben die Volleys in der Liga ungeschlagen und ohne Satzverlust.

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