BR Volleys : Steven Marshall: Mann mit Sprungfedern

Im Spitzenspiel gegen die United Volleys Rhein-Main setzen die BR Volleys auch auf Steven Marshall. Der Kanadier hat bemerkenswerte körperliche Eigenschaften.

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Steven Marshall ist gleichermaßen stark in Angriff wie in Abwehr. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Steven Marshall ist gleichermaßen stark in Angriff wie in Abwehr. Foto: Kitty Kleist-HeinrichFoto: null

Es war schon gemein, dass sich die Diebe ausgerechnet den Kleinwagen von Steven Marshall ausgesucht hatten. Schließlich ist Marshall mit seinen 1,91 Meter für Volleyballverhältnisse eher Zwerg als Riese und passt wunderbar in das von den BR Volleys gestellte Fahrzeug, das den Werbeslogan „Platz für die Größten“ ziert.

Doch als der Kanadier sich vor zwei Wochen auf dem Weg in Richtung Horst-Korber-Sportzentrum machen wollte, hatte sein Auto zwar immer noch Platz für die Größten, nur war es nicht mehr fahrtüchtig. Alle vier Räder waren abmontiert und geklaut worden.

Marshall bekam es trotzdem schnell organisiert, noch zur Mannschaft zu kommen. Überhaupt lässt sich nach sieben Bundesligaspielen und dem bereits erfolgten Einzug der BR Volleys ins Pokalfinale sagen, dass der 27-Jährige so ziemlich alles gut organisiert bekommt. Auch im Spitzenspiel gegen die United Volleys Rhein-Main aus Frankfurt, das am Samstag um 18.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle beginnt, könnte Marshall wieder ein entscheidender Faktor im Spiel der BR Volleys werden.

Marshall war den Verantwortlichen der derzeit mit Abstand besten deutschen Volleyballmannschaft in der vergangenen Saison bei der SVG Lüneburg aufgefallen. Der Nationalspieler mag nicht der Größte sein, aber der Mann scheint Sprungfedern an seinen Schuhen zu haben und kommt bei seinen Angriffsschlägen auf eine Abschlaghöhe von dreieinhalb Metern. „Ich habe wohl einfach Glück. Das ist einfach natürliches Talent“, sagt Marshall darauf angesprochen.

Marshall entlastet die verlässlichen Punktelieferanten

„Er hat eine enorme Sprungkraft“, stellt auch Volleys-Manager Kaweh Niroomand fest. Mehr aber noch ist er von den Allrounder-Fähigkeiten seines Zugangs begeistert. „Er ist robust und geschmeidig zugleich. Er ist sehr gut in der Abwehr und variabel im Angriff, und da er vom Beachvolleyball kommt, verfügt er über diesen Spielwitz“, schwärmt der 63-Jährige.

Niroomand und die BR Volleys hatten vor dieser Spielzeit größere Umbauarbeiten am Kader vornehmen müssen. Überragende Spieler wie Libero Erik Shoji oder Außenangreifer Paul Lotman verließen die Berliner und natürlich war die Frage: Bekommen es die Volleys um Macher Niroomand gemanagt, an die überragende Saison 2015/16 mit insgesamt drei Titeln auf nationaler und internationaler Ebene anzuknüpfen?

Nach den ersten zwei Monaten in dieser Spielzeit spricht nicht viel dagegen. Und das hat auch mit dem Alleskönner aus Kanada zu tun, der die verlässlichen Punktelieferanten Paul Carroll und Robert Kromm entlastet und das Angriffsspiel der Volleys variabler macht.

Dabei hatte es zum Saisonstart schon Befürchtungen gegeben, Marshall könnte wegen einer Einblutung im hinteren Kreuzband lange ausfallen. So eine Verletzung kann sehr hässlich werden. Nicht aber im Falle von Marshall. Nach drei Wochen sprang und schmetterte er, als wäre nie etwas gewesen. „Steven hat eine super Heilungskomponente in seinem Körper“, sagt Volleys-Teamarzt Oliver Miltner. Der Verein, das lässt sich jetzt schon sagen, hat mit Marshall einen ziemlich guten Griff getan.

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