Sport : Brand baut auf Stephan bei der heute beginnenden EM

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Kürzlich kürte man ihn zum "Pechvogel des Jahres". Er selbst spricht von einem "Seuchenjahr 1999". Dabei brachte das ihm viel Ehr ein. Daniel Stephan wurde zum Welthandballer des Jahres gekürt, auf nationaler Ebene lag er bei der Wahl sogar noch vor dem Paradiesvogel Stefan Kretzschmar, obwohl sich der wie kein anderer verkauft. Nun endlich will Stephan das Vertrauen rechtfertigen. Bei der Europameisterschaft in Kroatien, die heute mit dem Spiel gegen die Ukraine (18.30 Uhr, live im DSF) beginnt.

Kurz vor der letzten Weltmeisterschaft in Ägypten erlitt Stephan einen Bruch des Mittelhandknochens. Bittere Wochen folgten. Als der 26-Jährige vom TBV Lemgo langsam wieder in Form kam, wurden zwei Tage vor dem Jahreswechsel die Drähte entfernt, die den Knochen der Mittelhand stabilisiert hatten. Zwölf Tage durfte er keinen Ball anfassen. Der Blick auf die von der Jodtinktur gekennzeichneten Daumen, Ringfinger und kleinen Finger der rechten Wurfhand machte ihm nicht gerade Mut.

Würde der Sympathieträger überhaupt rechtzeitig fit werden, um in Kroatien dabei zu sein? Er wurde. Den Härtetest beim 27:24 über den EM-Vorrundengegner Spanien am vergangenen Sonntag bestand er. Freilich, ganz der alte ist er noch lange nicht, noch immer ist die Hand geschwollen. "Wir brauchen aber Routiniers wie ihn", meint Bundestrainer Heiner Brand.

Umso mehr, als Brand wie schon vor Ägypten vom Pech verfolgt wird. Kreisläufer Christian Schwarzer, der vor Monaten in Spanien angeheuert hatte, fällt mit Bänderriss aus, Bogdan Wenta hat nach seiner langen Verletzungspause (Achillessehnenriss) selbst einen Rückzieher gemacht und Volker Zerbe ist nach seinem Fingerbruch kaum mehr als ein besserer Reservist. Da sah sich Brand sogar gezwungen, den bereits 35-jährigen Matthias Hahn aus Flensburg zu reaktivieren. Der spielte über sieben Jahre nicht mehr für die Nationalmannschaft.

Morgen geht es gegen Gastgeber und Olympiasieger Kroatien, am Sonntag gegen Frankreich, danach gegen Norwegen und Spanien. Nur die beiden Gruppenersten kommen weiter.

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