Sport : Brandt neuer Geschäftsführer in Hoppegarten

Hans Moritz

Günther Brandt leitet jetzt die Geschicke der Rennbahn in Hoppegarten. "So Mitte der 90-er Jahre", gibt Brandt zu, "bin ich bei Hindernisrennen doch einige Male ganz heftig vom Pferd gefallen. Und da habe ich mir gedacht: Jetzt ist Schluss!" Diesem für ihn selbst unglücklichen Umstand hat Hoppegarten die glückliche Fügung zu verdanken, dass die Galopprennbahn nach dem Rückzug ihres langjährigen Geschäftsführers Artur Boehlke ins Pensionärsdasein gleich wieder einen Vordenker hat, der nicht nur mit bloßen Zahlen und Statistiken zu jonglieren versteht, sondern ebenso mit dem Sport verwachsen ist wie sein Vorgänger.

Der 47-jährige Brandt weiß, dass er als angestellter Statthalter des immer noch in Köln residierenden Union-Klubs eine gehörige Portion Diplomatie an den Tag legen muss, um die verschiedensten Ansichten zwischen der Führungsspitze in Nadelstreifen und den ums Überleben kämpfenden Trainern vor Ort ausgleichen und so weit wie möglich anpassen zu können. Brandt: "Da ist es schon von Vorteil, dass ich mich in der Materie der Ställe auch gut auskenne." Denn die Arbeit auf dem Rennplatz ist dem Rand-Berliner trotz des Berufs eines Architekten von Kindesbeinen an vertraut. In sechs Jahren als Redakteur beim "Rennkurier" vervollkommnete er die Theorie, 43 Siege als Amateur und das Championat 1967 künden auch von erfolgreicher Praxis.

Seit den erwähnten Stürzen ist Brandt in der Rennleitung Hoppegartens unermüdlich aktiv gewesen. "Trotzdem kam das Angebot, Nachfolger von Artur Boehlke zu werden, damals überraschend. Aber lange musste ich nicht überlegen: Hauptsache kreativ, habe ich mir gesagt. Außerdem sehe ich die Chance zum Anpacken in Hoppegarten, nicht immer nur mit dem Finger auf Missstände zu zeigen."

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