Sport : Brasilianischer Abend

Hertha BSC schlägt Apoel Nikosia mit 4:0 und zieht in die dritte Runde des Uefa-Cups ein

Klaus Rocca

Berlin. Spannend blieb es bis zum Schluss. Nicht bei der Frage nach dem Sieger; der stand schon früh fest. Spannend war jedoch die Frage, ob es Apoel Nikosia schaffen würde, wenigstens einen einzigen Torschuss abzugeben. Die Zyprer schafften es nicht. Deutlicher konnte nicht dokumentiert werden, von welchem Format der Gegner war, der da am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion Hertha BSC den Weg in die dritte Runde des Uefa-Pokals versperren wollte. Doch so wie die Gäste spielten, schienen sie die Reise ins kalte Berlin wohl nur angetreten zu haben, um die Niederlage so niedrig wie möglich zu halten. Das ist ihnen nur halbwegs gelungen. Hertha BSC, im Hinspiel bereits 1:0-Sieger, gewann 4:0 (2:0). Damit konnte die Mannschaft zwar den bislang höchsten Europapokalerfolg von 1978 gegen BK Esbjerg egalisieren, doch zum erwarteten Rekordsieg reichte es nicht.

Zwei Herthaner, beide Brasilianer, konnten die Freude des Berliner Fußball-Bundesligisten gestern nicht teilen. Der eine, Luizao, lag beim Abpfiff gar im Krankenhaus. Eine tiefe Fleischwunde unterhalb der Wade musste dort genäht werden. Die hatte Luizao, erst nach der Pause eingewechselt, bei einem Zweikampf mit einem Zyprer erlitten. Kurz zuvor hatte er noch gejubelt, als ihm das erste Pflichttor für Hertha gelungen war. Doch anstatt nun darauf aufzubauen, wird er erneut zurückgeworfen. „Ich glaube nicht, dass er am Sonntag gegen Rostock spielen kann“, sagte Trainer Huub Stevens.

Das hätte er auch über Alex Alves sagen können. Der musste schon nach einer Viertelstunde das Spielfeld verlassen. Wieder hatte er sich die Schulter ausgekugelt. „Dabei hatte er so super begonnen“, sagte Stevens. In der Tat waren Alves bis zu seinem Ausscheiden einige Aktionen geglückt, die man selten bei ihm sieht. Wahrscheinlich geht es also ohne Luizao und Alves, auf jeden Fall aber ohne Marcelinho, gegen Rostock. Der ist nach der fünften Verwarnung in der Bundesliga gesperrt.

Was der dritte Brasilianer für Hertha wert ist, wurde gestern wieder deutlich. Er bereitete die Tore von Michael Preetz (Kopfball) und Stefan Beinlich (ein sehenswerter Volleyschuss als Aufsetzer) mit Eckbällen vor, legte Luizao den Ball zu dessen Treffer glänzend vor und war selbst Torschütze zum 2:0. „Den hätten wir auch gern“, sagte Nikosias leidgeprüfter Trainer Eugen Gerards.

Gerards ist Chef einer Mannschaft mit Regionalliga-Format. Selbst in der letzten Viertelstunde, als Hertha nach Luizaos Ausscheiden in Unterzahl spielen musste, wagten sich die harmlosen Gäste kaum über die Mittellinie. Sehr zum Verdruss von Herthas Torhüter Gabor Kiraly, der an diesem kalten Abend keine Gelegenheit bekam, sich zu erwärmen.

Warm wurde eher den 10 083 Zuschauern, die sich an den vier Toren erfreuen konnten. Sehenswert waren zudem die Aktionen von Arne Friedrich, der zweimal die Latte traf. Und dann gab es noch Rafael Nando zu sehen. Der gebürtige Angolaner, der von Ajax Amsterdam gekommen war, bot eine halbe Stunde lang ein ansprechendes Debüt.

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