Sport : Brasilianischer als Brasilien

Marvin Clignon

Auch in uns steckt viel Brasilien. So lautet der Tenor der Anzeige, die der DFB vor lauter Vorfreude auf die Weltmeisterschaft im Gastgeberland schalten ließ. Nach dem Slogan lassen Joachim Löw und Co. nun Taten sprechen. Denn wer der Bevölkerung wirklich nah sein will, der muss in die Provinz, abseits der Massenattraktionen. Das weiß jeder Kultur respektierende Urlauber. Eines der vorhandenen Hotels benutzen? Nicht nötig! Deshalb wird fix im 1000-Einwohner-Dorf Santo André ein WM-Quartier für den DFB-Tross eingerichtet. Ein Dorf im Dorf also. Der deutsche Fußball investiert also in die Infrastruktur Brasiliens – nachhaltig: denn das Ganze soll nach der Weltmeisterschaft weiter benutzt werden können. So viel Brasilien steckt in der Nationalmannschaft.

Südamerikanische Gelassenheit beweist Oliver Bierhoff auch schon mehrere Monate vor der WM – und fegt alle Zweifel, ob denn das Dorf im Dorf überhaupt rechtzeitig fertig wird, sofort vom Tisch. Vor lauter Komfort und Luxus beim Dorf im Dorf dürfen die Spieler jetzt nur noch das erfolgreiche Fußballspielen nicht mehr vergessen. Wobei, wenn die Deutschen zu ihren vorhandenen spielerischen Tugenden auch noch die als gefühlte Brasilianer einfließen lassen, dann sollte der WM-Titel für das Team von Joachim Löw eine Selbstverständlichkeit sein. Dann sind sie sozusagen brasilianischer als die Brasilianer.

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