Brasilien 2014 : Frankreich baggert sich zum WM-Titel

Unser Autor ist sich sicher: Frankreich wird Weltmeister, weil die Mannschaft sich rechtzeitig von einem Trauma befreit hat. Geholfen hat ihr dabei ein Bagger. Und der könnte auch anderen WM-Teilnehmern helfen. Ein Kommentar.

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Alles oder nichts: Der Mannschaftsbus von 2010 muss weg.
Alles oder nichts: Der Mannschaftsbus von 2010 muss weg.Foto: dpa

Frankreich wird Weltmeister! Warum? Weil die Mannschaft sich vor Turnierbeginn von einem Trauma befreit hat. Zermalmt, zerquetscht, hat sie dieses Trauma, symbolisiert durch einen Bus. Eine Nachbildung des Mannschaftsbusses, in dem die französische Nationalelf 2010 im südafrikanischen WM-Quartier in Knysna einen Trainingsstreik verabredet hatte, wurde am Montagabend bei Paris unter dem Jubel der 400 Anwesenden platt gemacht. Ein Bagger nahm sich des Busses an. Vergangenheitsbewältigung à la francaise.

Gut möglich, dass der Baggerführer sich demnächst vor Arbeit kaum retten kann. Schließlich sind die Franzosen nicht die einzigen, die von den Geistern der Vergangenheit geplagt werden. In Brasilien könnte der Kran das gerade erst renovierte Maracana dem Erdboden gleich machen. In dem Stadion erlebte die Seleçao 1950 gegen Uruguay ihre bisher bitterste Niederlage. Also weg damit! Für das Endspiel lässt sich problemlos auch eine andere Arena finden.

Den Italienern könnte die Maschine bei ihrem aktuellen Unterkunftsproblem helfen. Im Hotel des viermaligen Weltmeisters wurden gerade erst verdorbene Lebensmittel entdeckt. „Wenn ihr uns nichts Ordentliches zu essen gebt, rückt der Bagger an!“, könnte die Drohung an die Hotelführung lauten.

Nur den Engländern kann der Bagger nicht helfen. Wie auch? Der Elfmeterpunkt lässt sich zwar herausbaggern, wächst aber immer wieder nach. Er gehört zum Spiel wie die Queen zu den Briten. Was also tun? Am besten gar nichts. Weil nichts helfen wird. Denn Weltmeister wird eh Frankreich.

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