Braunschweig - Hoffenheim 1:0 : Eintrachts Lohn der Wadenkrämpfe

Das hart erkämpfte 1:0 gegen die TSG Hoffenheim, nach einem verwandelten Elfmeter von Torsten Oehrl, lässt Eintracht Braunschweig wieder vom Klassenerhalt träumen.

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Ein Mann, ein Tor. Torsten Oehrl erzielte den Siegtreffer für Braunschweig. Foto: dpa
Ein Mann, ein Tor. Torsten Oehrl erzielte den Siegtreffer für Braunschweig.Foto: dpa

Bis zum glücklichen Ende gab es noch so manchen Tritt und so manches hartes Wort zu verteilen. Der 1:0 (1:0)-Heimsieg von Eintracht Braunschweig gegen die TSG Hoffenheim taugte nicht dazu, neue Freundschaften im Rahmen der Fußball-Bundesliga zu schließen.

Nach einer Serie von Fouls und Nickligkeiten standen die Braunschweiger als ein Sieger fest, der keinen Schönheitspreis, keine Fairplay-Trophäe, aber einen hauchdünnen Erfolg für sich in Anspruch nehmen konnte. Ein verwandelter Elfmeter von Torsten Oehrl beschert der Eintracht vor 21.600 Zuschauern neue Hoffnung im Abstiegskampf. Dass die Fans des Aufsteigers während des Spiels immer wieder TSG-Mäzen Dietmar Hopp übel beschimpften und selbst auf Durchsagen des Stadionsprechers nicht reagierten, trug nicht zur Abrundung des Nachmittages bei.

An den leidenschaftlichen Versuchen, sich zum Abschluss der Hinrunde von dem einen oder anderen Makel zu befreien, beteiligten sich auch beide Trainer. Markus Gisdol, in der Vorwoche noch froh über ein beachtliches 2:2 seines Teams gegen Borussia Dortmund, ärgerte sich über neuerliche Abwehrschwächen und Leichtsinnsfehler. Torsten Lieberknecht wiederum, für den der erfolgreiche Klassenerhalt ein wundersames Märchen wäre, echauffierte sich wie gewohnt über strittige Szenen und so manche Schiedsrichterentscheidung. Es war absehbar, dass die beiden Kollegen früher oder später auch noch direkt aneinandergeraten würden. Der kleine Friedensgipfel, den der Unparteiische Guido Winkmann Ende der ersten Halbzeit mit den Trainern an der Außenlinie abhielt, offenbarte die hohe Angespanntheit.

Zu streiten und diskutieren gab es vor und während des Spiels reichlich. Aufsteiger Braunschweig war in der 29. Minute durch den von Oehrl souverän verwandelten Foulelfmeter verdient in Führung gegangen. Ob der Strafstoß aber gerechtfertigt war, bleibt fraglich. Eintracht-Innenverteidiger Ermin Bicakcic war mit dem Hoffenheimer Angreifer Sven Schipplock zusammengeprallt, was einen Pfiff des Schiedsrichters nach sich zog. Die Entscheidung und der Treffer kamen einem Startsignal für alle Streitsüchtigen auf sowie neben dem Platz gleich. Foul von Deniz Dogan an Schipplock? War der Ellenbogen im Einsatz? Gisdol verneinte, Lieberknecht bejahte. Dass die Hoffenheimer es nach einer Verletzungspause zu Gunsten von Schipplock versäumten, den Ball wieder ihrem Gastgeber zu überlassen, ließ die Gemüter vollends überkochen.

Was soll man als Trainer der TSG Hoffenheim anstellen, um die Flut der Gegentreffer einzudämmen? 38 Tore in 17 Spielen zu kassieren, das ist allerhand. Gisdol wechselte in Braunschweig den überforderten Linksverteidiger Jeremy Toljan nach nur 22 Minuten wieder aus, änderte seine Grundordnung und brachte Sejad Salihovic ins Spiel. Der konnte aber nur bedingt zu einer Wende beitragen. Hoffenheim dominierte die Schlussphase, traf aber das Tor nicht. Auf dem Weg zum ersehnten dritten Saisonsieg bissen sich die Braunschweiger in die Partie und überstanden in der letzten halbe Stunde eine Abwehrschlacht mit Wadenkrämpfen, Glück und Geschick.

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