Sport : Breitseiten auf Breitreifen

Vor dem Rennen in Imola wird Schumacher heftig kritisiert

Karin Sturm

Imola. Michael Schumacher ist noch nicht einmal in Imola angekommen, geschweige denn einen Meter gefahren – da ist schon klar: Nach drei Misserfolgen in den ersten drei Grand-Prix-Rennen stehen der Formel-1-Weltmeister und sein Team Ferrari bei ihrem so genannten Heim-Grand-Prix, dem Großen Preis von San Marino, der am Sonntag in Imola ausgetragen wird, stark unter Druck. Der Ferrari-Sitz Maranello ist schließlich keine 100 Kilometer entfernt.

Die italienischen Medien sind schon überaus unruhig. Vergessen, dass Schumacher für Ferrari Dutzende Rennen gewann, dass er 2002 zum fünften Mal Weltmeister wurde – es zählt nur das Hier und Jetzt. Und die aktuelle Situation ist nicht sonderlich gut für den Champion. Das Fachmagazin „Autosprint" fragt auf dem Titel provokant: „Was ist los mit dir, Schumi?" Im Text werden dann die ersten drei Rennen noch mal seziert. Als positivste Nachricht dieser Auftaktrennen gilt, dass Schumacher unfallfrei Mark Webber überholt hat. Damit soll auch dem Dümmsten klar gemacht werden, wie wenig gute Nachrichten es bisher gab.

Die Sportzeitung „Tuttosport" listet minutiös alle Pannen auf, die es in diesem Jahr mit dem neuen Ferrari 2003GA beim Testen gab. „Die Gründe, warum Ferrari immer noch mit dem alten Auto fahren muss", heißt die Geschichte. Und in der „Gazetta dello Sport“ darf sich Schumachers Intimfeind Jacques Villeneuve gleich auf einer halben Seite über den Weltmeister auslassen. Überschrift: „Michael ist nicht super“. Villeneuve sagt süffisant: „Ich würde nicht sagen, dass Ferrari in einer Krise ist. Michael hat halt Fehler gemacht. Man muss sich erinnern – er hat ja auch früher immer wieder welche gemacht, nur sind die auf irgendeine Weise kaum ins Gewicht gefallen. Er konnte das immer wieder geradebiegen." Aber: „Irgendwie gelingt ihm das dieses Jahr nicht mehr. Diesmal bezahlt er für seine Fehler."

Doch Schumacher lässt sich, im Moment zumindest, nicht provozieren. Er gesteht durchaus Fehler ein, und er blickt zugleich optimistisch in die Zukunft: „Ich hoffe, dass ich jetzt meine Portion an Fehlern abgeliefert habe, dass jetzt damit Schluss ist. Und wenn auch mal die Umstände nicht gegen uns sind und wir kein Pech haben, dann werden wir wieder gewinnen. Auch mit dem alten Auto können wir das noch – schnell genug ist es." Was in diesem Jahr noch zu beweisen ist.

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