Bremen - Bochum 3:2 : Das Bremer Spektakel geht weiter

Nur 45 Stunden nach dem 4:4 in der Europa League gegen Valencia liefern die Bremer ihren Fans gegen den VfL Bochum erneut ein dramatisches Spiel. Und diesmal stimmt am Ende auch das Ergebnis.

Frank Heike[Bremen]
Werder Bremen - VfL Bochum
Einfach Wahnsinn. Claudio Pizarro trifft aus vollem Lauf zum zwischenzeitlichen 1:1. -Foto: dpa

Tim Wiese rannte einmal quer durch seinen Strafraum und beschimpfte den Linienrichter – dabei hätte er sich entweder freuen oder mit seinen Verteidigern hadern sollen. Zwei Mal ließen die Bremer Abwehrspieler die Bochumer in der 90. Minute auf Wieses Tor schießen, einmal Andreas Johansson, einmal Mergim Mavraj, beide Male reagierte Wiese hervorragend und sicherte Werder so den 3:2(0:1)-Sieg gegen den VfL Bochum. Wieses Ärger resultierte daraus, dass der Eckball der Bochumer, der die beiden Chancen einleitete, seiner Meinung nach im Aus gewesen war. Denn dass seine Verteidiger dem Gegner solche Chancen ermöglichen, daran hat sich Wiese schon gewöhnt.

In jedem Fall war der Bremer Torwart der späte Held dieses aufregenden Nachmittags, zu dem es gepasst hätte, dass Werder die mühsam und mit viel Aufwand erarbeitete Führung wieder verspielt. „Wir stehen für aufregende Spiele, aber es ist anstrengend, das auf Dauer zu tun. Man kann die Dinge nicht immer reparieren“, sagte der Bremer Trainer Thomas Schaaf. „Es ist nicht einfach bei dieser Folge von Spielen. Wir haben uns heute eher durchgeschleppt durch die 90 Minuten.“

Neben Tim Wiese und Torsten Frings, der mit seinem schönen Tor das 3:2 in der 81. Minute sicherstellte, durfte sich Schaaf trotzdem wie der Sieger fühlen: Mit Claudio Pizarro, Mesut Özil und Frings, die er zunächst für das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Augsburg am Dienstag geschont hatte, wechselte er die entscheidenden Spieler für den zwölften Saisonsieg ein. Stanislav Sestak hatte Bochum in der 14. Minute in Führung geschossen, Pizarro glich in der 58. Minute aus. Durch einen von Zlatko Dedic vollendeten Konter kam Bochum zum 2:1 in der 63. Minute, das Marko Marin nur zwei Minuten später erneut ausglich.

Es war eine Achterbahnfahrt wie am Donnerstag in der Europa League beim 4:4 gegen Valencia, und die Fans verließen das Stadion nach einem abermaligen Spektakel begeistert. Sie dürften sich allerdings wünschen, dass es am Dienstag gegen Augsburg weniger aufregend zugehen wird.

Gleich fünf Stammspieler schonte Thomas Schaaf für diese Aufgabe. Fritz, Frings, Pizarro, Özil und Per Mertesacker durften sich nach den Mühen von Valencia auf der Bank ausruhen. Eine bessere B-Elf lief auf. Doch man konnte bereits nach zehn Minuten sehen, dass die Bremer auf dem Feld Probleme in allen Mannschaftsteilen hatten und den gut stehenden VfL nie in Gefahr brachten. Erst als Schaaf Özil, Pizarro und dann den Siegtorschützen Frings einwechselte, zeigten die Bremer, was sie wirklich können. Defensiv wurde es allerdings nur unwesentlich besser. In dieser Hinsicht schien Werder Bremen auch nach dem dramatischen 4:4 am Donnerstag weiterhin unbelehrbar.

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