Bremen - Dortmund 1:1 : Wenig Kraft und ein bisschen Glück

Werders Profis sind nach vielen Pflichtspielen müde und hätten gegen Dortmund sogar verlieren können. Doch Dortmund merkt zu spät, dass ein Auswärtssieg möglich gewesen wäre.

Frank Hellmann[Bremen]

Thomas Schaaf schüttelte mehrfach den Kopf. Nein und noch mal nein. Jede Frage nach möglicher Unzufriedenheit blockte der Trainer von Werder Bremen hartnäckig ab. „Wir haben doch ein Klassespiel gesehen“, sagte er. Am Ende kam sein Schaafs Team gegen Borussia Dortmund sogar zu einem etwas glücklichen 1:1 (1:0). „Die Enttäuschung ist nicht riesengroß, weil uns die letzte Frische gefehlt hat“, sagte Geschäftsführer Klaus Allofs. Die Schwerarbeiter der Liga – Werder hat schon 20 Pflichtspiele in dieser Saison absolviert – sind müde.

„Mit jeder Minute der zweiten Halbzeit ging Werder die Kraft aus“, sagte Dortmunds Nelson Valdez. „Mit ein bisschen Glück gewinnen wir hier.“ Ein bisschen zu spät registrierten die lange Zeit ausschließlich defensiv gut sortierten Westfalen, dass in Bremen für sie mehr drin gewesen wäre. Damit verharrt die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp weiter im Niemandsland der Tabelle, während Werder hinter Bayer Leverkusen auf Rang zwei liegt.

Bei der Partie gegen den BVB standen neun deutsche Profis in Werders Startelf, wovon sich fünf diese Woche nach Bonn zum Treffpunkt der Nationalmannschaft begeben. Gegen Dortmund bestätigten einige eindrucksvoll das von Joachim Löw ausgesprochene Vertrauen. Denn es war der Nationalspieler Mesut Özil, der mit einer technisch perfekten Direktabnahme nach ebenso sehenswerter Flanke von Aaron Hunt das 1:0 erzielte. Das Spielverständnis des 21-Jährigen steht ja außer Frage, mittlerweile ist der Deutsch-Türke aber auch richtig torgefährlich. Meldungen, wonach der FC Arsenal konkretes Interesse an Werders Ballvirtuosen habe, der seinen Vertrag partout nicht verlängern will, kommentierte Allofs mit Ironie: „Da ist gar nichts dran. Mesut belastet bestimmt das straffe Programm mehr als solche Meldungen.“ Keine neue Nachricht ist, dass Tim Wiese das Werder-Tor mitunter glanzvoll bewacht. Und wie schon gegen Austria Wien heimste der Keeper für einige Glanzparaden Extraapplaus ein. „Das ist ja hier fast schon die Regel“, sagte Allofs über seinen Torhüter, der nächsten Samstag das zweite Mal für die DFB-Auswahl spielen wird.

Zweimal wurde Wiese gestern von Dortmunds Angreifer Lucas Barrios überwunden: Entschied Schiedsrichter Manuel Gräfe beim ersten Treffer des Argentiniers noch fälschlicherweise auf Abseits, gab es am Abstaubertor des Borussen-Stürmers keine Zweifel mehr. Wiese hatte den ersten Schuss von Mohamed Zidan nicht festhalten können. So konnte auch ein starker Wiese Bremen nicht in Führung halten. Ein Sieg wäre auch kaum verdient gewesen.

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