Bremen - Dortmund 2:0 : Ende der Turbulenzen

Werder Bremen entledigt sich mit einem 2:0 über Meister Borussia Dortmund seiner größten Sorgen. Nach einer turbulenten Saison hat der Champions-League-Teilnehmer das Minimalziel Klassenerhalt erreicht.

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Borussen am Rande: Diesmal feiern die Anderen.
Borussen am Rande: Diesmal feiern die Anderen.Foto: AFP

Das Grinsen von Jürgen Klopp wirkte authentisch. Und sein Statement aufrichtig. „Das war die Niederlage mit den geringsten Auswirkungen in dieser Saison“, sagte der Meistermacher von Borussia Dortmund und so wirklich verdrießlich wirkte der Trainer nicht. Aus schwarz-gelber Sicht ist die Saison seit dem vergangenen Spieltag gelaufen – die 0:2 (0:1)-Niederlage bei Werder Bremen sorgte vielmehr dafür, dass sich im Weserstadion eine eigentümliche Atmosphäre entwickelte: BVB-Fans wie Werder-Anhänger entschieden sich dafür, einfach gemeinsam zu feiern. Die einen für die erfüllte Sehnsucht Meisterschaft, die andere für das erklärte Minimalziel Klassenerhalt.

„Ich bin froh, dass diese Scheiß-Saison bald vorbei, und wir es noch gepackt haben“, sagte Werders Torhüter Tim Wiese. „Unsere Anspruch ist ein anderer, nächste Saison wollen wir wieder Spitzenspiele anbieten“, erklärte Trainer Thomas Schaaf, der den abermals als Nachtschwärmer aufgefallenen Problemprofi Marko Arnautovic „aus disziplinarischen Gründen“ aus dem Kader verbannt hatte. Schaafs Mannschaft genügte eine konzentrierte Leistung, um einen Gegner, dem die Spannung fehlte und die Konsequenz abging, durch Tore von Mikael Silvestre und Claudio Pizarro zu besiegen.

Gut möglich, dass dies nicht der einzige Dämpfer für Dortmund bleibt: Nuri Sahin, der am Innenband verletzte Antreiber, wird sich am Montag auf einer Pressekonferenz zu seinen Zukunftsplänen äußern. Es gilt als längst ausgemachte Sache, dass der 22-jährige Deutsch-Türke dann seinen Abschied zu Real Madrid verkünden wird. Darüber mochte Klopp noch nicht reden, stattdessen erklärte er trotzig: „Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht, ohne Tore zu erzielen.“ Seine Meisterspieler gaben sich da selbstkritischer. „Das war ein bisschen zu nachlässig“, sagte Mats Hummels. „Gegen Frankfurt wollen und werden wir wieder besser spielen.“

Im Weg stand häufig einer, den das Stammpublikum mit Ovationen bedachte, als er sich übers Stadionmikrofon für seine treuen Werder-Dienste bedankte: Petri Pasanen, der stille Finne, dessen Vertrag an der Weser nicht verlängert wird. Der Abschied des 30-Jährigen erfüllte beide Seiten mit Wehmut. „Das sind Entscheidungen, die nicht leicht sind, die weh tun“, räumte Bremens Vorstandschef Klaus Allofs ein, um mit einem Schmunzeln anzufügen: „Er hat heute mehr geredet als in den vergangenen sieben Jahren. Jetzt haben wir endlich seinen finnischen Humor begriffen – da geht er weg.“

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