Bremen - Enschede 0:2 : Werder vor dem Aus in der Champions League

Werder Bremen stürzt in der Champions League durch ein 0:2 gegen Twente Enschede auf den letzten Gruppenplatz und hat nur noch theoretische Chancen aufs Weiterkommen.

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Frings sieht rot und Werder schwarz.
Frings sieht rot und Werder schwarz.Foto: AFP

Selten hat im Weserstadion so eine lähmende Stille geherrscht wie am Dienstagabend. Schweigend nahm die hanseatische Stammkundschaft hin, dass sich die Talfahrt des SV Werder Bremen ungebremst fortsetzt. Nach den Aussetzern in der Liga und dem Scheitern im DFB-Pokal sind die Grün-Weißen auch in der Champions League komplett vom Kurs abgekommen. Nach der 0:2 (0:0)-Niederlage gegen Twente Enschede droht auch im internationalen Wettbewerb das Aus – zwei Punkte aus vier Spielen sind eine magere Bilanz. Vor den abschließenden Spielen bei Tottenham Hotspurs und gegen Inter Mailand ist selbst der dritte Platz und das Überwintern in der Europa League in beinahe unerreichbare Ferne gerückt.

Das späte entscheidende Gegentor durch Nacer Chadli nach 82 Minuten drückte das ganze Bremer Dilemma aus. Der Brasilianer Wesley verlor den Ball, wobei man streiten durfte, ob ein Foulspiel vorlag, dann zog die Twente-Nummer 22 ab, wobei erst Sebastian Prödl, dann Daniel Jensen unglücklich abfälschten. Der tüchtige Ersatztorwart Sebastian Mielitz war ohne Chance. Beim 0:2 nur zwei Minuten später nutzte Luuk de Jong mit einem feinen Flugkopfball die Tatsache aus, dass die Hausherren nach Jensen-Ballverlust ihre Abwehr entblößten und der überragende Bryan Ruiz unbedrängt flanken durfte.

"Es geht für uns um Europa", hatte Cheftrainer Thomas Schaaf zuvor angemahnt, der deshalb höchst initiativ geworden war und eine Gewaltrotation angeworfen hatte, bei der kaum ein Spieler auf seiner angestammten Position verblieb: Torsten Frings etwa spielte Innenverteidiger, und um den zuletzt gnadenlos überforderten Linksverteidiger Mikael Silvestre nicht aufstellen zu müssen, besetzte Mittelfeldspieler Wesley die Außenbahn. Wichtiger als die veränderte Aufstellung war indes die verbesserte Einstellung, weshalb Werder in einer interessanten, aber nicht hochklassigen Begegnung das spielbestimmende Team mit einem klaren Plus an Ballbesitz war.

Manko der Hausherren: zu wenig herauskombinierte Torchancen, obwohl vor allem der später so unglücklich agierende Däne Jensen gemeinsam mit Aaron Hunt und Marko Marin unermüdlich das Spiel vorantrieb. Die beste Gelegenheit vergab ausgerechnet Torgarant Claudio Pizarro, der nur den Pfosten traf – beim anschließenden Nachschussversuch gab Sturmkollege Hugo Almeida nicht gerade die beste Figur ab (39.).

Auf der Gegenseite nutzte der niederländische Meister oft genug die Schnelligkeitsdefizite und Abstimmungsprobleme in der völlig neu formierten Bremer Hintermannschaft. Ohne Gegentor blieb das Schaaf-Ensemble lange Zeit nur, weil zweimal Wesley erstklassig rettete (17. und 23.) und Mielitz gegen Luuk de Jong (14.) und Bryan Ruiz (39.) stark parierte.

Dieses wechselhafte Spiel sollte sich nach der Pause fortsetzen, als Almeida zweimal aus bester Position an Torwart Nikolay Mihaylov hängen blieb (52. und 55.), die Bremer aber Glück hatten, dass Nacer Chadli an Mielitz und Pfosten scheiterte (48. und 57.). Am Willen lag es bei Werder nicht; an diesem Abend gaben sie einfach eine denkbar unglückliche Figur ab.

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