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Bremen - Hertha 2:1 : Pizarro sorgt für späten Werder-Sieg

Neun Herthaner kämpften bis zum Schluss, doch Werder-Stürmer Claudio Pizarro erzielte in der Nachspielzeit seinen zweiten Treffer und besiegelte die Niederlage der Herthaner.

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Claudio Pizarro (l.) jubelt, während Christian Ottl (r.) fassungslos ist ob des späten Treffers zum 2:1 für Werder Bremen.Weitere Bilder anzeigen
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25.09.2011 19:58Claudio Pizarro (l.) jubelt, während Christian Ottl (r.) fassungslos ist ob des späten Treffers zum 2:1 für Werder Bremen.

Mit neun Spielern gegen elf, das geht im Fußball selten gut. Besonders dann, wenn die nominell unterlegene Mannschaft eine halbe Stunde dagegenhalten muss. Hertha BSC hätte dieses Kunststück in Bremen fast geschafft. Bis in die Nachspielzeit hinein waren die Berliner trotz zweier Platzverweise gegen Christian Lell und Adrian Ramos einem Punkt nahe, ehe dann doch Claudio Pizzaro das Siegtor für Werder Bremen gelang. Das wiederum ließ die Berliner nach der 1:2 (1:1)-Niederlage in Enttäuschung versinken. „Wir haben viel Aufwand betrieben und wurden nicht belohnt“, sagte Mittelfeldspieler Peter Niemeyer. 

Natürlich ließ sich da so einiges diskutieren. Die Platzverweise gingen in Ordnung, aber sonst war manche Entscheidung von Schiedsrichter Felix Brych wackelig. Beim 1:1 für Bremen hatte sich Torschütze Pizzaro bei Herthas Levan Kobiashvili aufgestützt. Und dann gab es da in der zweiten Halbzeit noch ein Foul vom Bremer Lukas Schmitz an Raffael, was einen Elfmeterpfiff hätte nach sich ziehen können. 

Aber alle Konjunktive außen vor: Die Saison in der Bundesliga ist noch nicht sehr alt. Trotzdem konnte Hertha BSC mit forschen Auftritten derart überzeugen, dass fast vergessen ist, wo die Berliner herkommen – aus der Zweiten Liga. Hertha ist Aufsteiger, spielte aber auch am Sonntag beim Tabellenzweiten nicht wie ein Aufsteiger. Vor 40.760 Zuschauern im Weser-Stadion überraschte Raffael die Bremer Abwehr schon in der dritten Spielminute mit einem genauen Pass auf Adrian Ramos. Unbehelligt von seinen Gegenspielern schoss der Kolumbianer auf das Bremer Tor, der Ball senkte sich ins rechte untere Eck. 

Die gesamte Berliner Mannschaft spielte sehr gut mit, führte in der Anfangsphase sogar Regie. Am Spielfeldrand dirigierte dabei ein Mensch im Hintergrund aufgeregt und asynchron zum Spiel: Thomas Schaaf kratze sich in den ersten 20 Spielminuten häufig an der Stirn, so hatte sich der Bremer Trainer die Spieleröffnung im eigenen Haus natürlich nicht vorgestellt. Die Berliner ließen dem Gegner im Mittelfeld kaum Platz zur Entwicklung guter Ideen.

 Wer weiß, hätte Raffael in aussichtsreicher Position am Bremer Strafraum  nachgelegt, das Spiel hätte eine Richtung einschlagen können. Aber es kam anders, was vor allem an Claudio Pizzaro lag. Nach einer Flanke in den Berliner Strafraum sprang der Peruaner in die Luft, köpfte und es stand 1:1. Herthas Torwart Thomas Kraft berührte den Ball zwar noch, stand aber ungünstig hinter der Torlinie und konnte so nicht gut aussehen.

 Wenn Hertha in der der ersten Halbzeit etwas vorzuwerfen war, dann dass die vielen Konterchancen nach dem 1:0 allesamt belanglos abgeschlossen wurden. Spätestens nachdem Christian Lell nach einer knappen Stunde und einem rüden Foul am Bremer Andreas Wolf gelb-rot gesehen hatte, ging es für die Berliner darum, dass in der ersten Halbzeit erkämpfte 1:1 zu retten. Dabei stellten sie sich zunächst ungeschickt an, Ramos musste Lell vorzeitig in die Kabine folgen. Erst foulte Ramos den Bremer Phillip Bargfrede, dann schoss er im Frust den Ball weg. Schiedsrichter Brych machte aus gelb für Ramos gelb-rot.

   Eine knappe halbe Stunde lag nach dem Aussetzer noch vor Hertha. Und mit neun Spielern spielt es sich im Normalfall nicht mehr so locker. Bremen drängte auch, Herthas Trainer Markus Babbel versuchte dagegenzuhalten. Fabian Lustenberger kam für Änis Ben-Hatira, der für Tunay Torun gekommen war. Hertha spielte trotzdem weiter fröhlich mit, Raffael hatte sogar die Chance zum 2:1. Trainer Markus Babbel sagte später: „Ich habe in der Schlussphase mehr Chancen für uns gesehen als für Werder.“ Zudem fand der einstige Profi des FC Bayern: „Wir haben gekämpft wie die Löwen.“

 Wie die Löwen zu kämpfen, reichte Hertha nicht, nach einer Ecke traf Pizzaro doch noch zum 2:1 für die Bremer. Herthas Kapitän Andre Mijatovic sagte trotzdem trotzig: „Wir müssen etwas Positives aus diesem Spiel mitnehmen.“ Seine Mannschaft habe wieder gezeigt, dass sie in der Bundesliga gegen Spitzenteams mithalten könne. Es wurde in Bremen nicht belohnt, was der Berliner Trainer „sehr bitter“ fand. „Die Jungs tun mir leid“, sagte Markus Babbel.

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