Sport : Bremen ist enteilt

Werder hat nach dem Sieg in Wolfsburg elf Punkte Vorsprung – Freiburg punktet bei 1860

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Wolfsburg (Tsp). Warten auf morgen, das hatte Ottmar Hitzfeld gesagt. Der Trainer des FC Bayern wurde nach dem 1:1 der Münchner bei der heimschwachen Hertha aus Berlin gefragt, ob die Meisterschaft entschieden sei. Er hätte auch sagen können, warten, was Bremen macht. Die Konkurrenz aus München und Stuttgart muss auf einen Wackler der Bremer warten. Doch der Tabellenführer tat ihnen den Gefallen nicht und siegte in Wolfsburg mit 2:0 (0:0). Damit ist der Vorsprung auf die Bayern auf elf Punkte angewachsen. Damit ist eine Vorentscheidung im Titelkampf gefallen. Es wäre der vierte Meistertitel für die Bremer. Im zweiten Spiel des Sonntags trennten sich der TSV 1860 München und der SC Freiburg 1:1 (0:1).

Ausgerechnet der ehemalige Bayern und Bremen-Spieler Jürgen Röber hätte mit einem Heimerfolg seines VfL Wolfsburg noch einmal etwas Spannung in den Titelkampf bringen können. „Ich möchte, dass wir gewinnen. Werder hätte dann immer noch genügend Vorsprung, um den Titel zu holen“, sagte der Trainer des VfL. Bei einem gemeinsamen Frühstück impfte Röber seinen verunsicherten Profis Selbstbewusstsein ein. „Die Partie gegen Werder ist eine Herausforderung. Darauf muss man sich als Spieler einfach freuen.“

30 000 Besucher waren in die ausverkaufte Volkswagen-Arena gekommen. Sie sahen ein in der ersten Halbzeit langweiliges Spiel. Bremen musste nicht mehr machen, Wolfsburg konnte nicht. Erst im zweiten Abschnitt wurde das Gekicke besser. Aber ausgerechnet Ailton, der Top-Torjäger der Liga (22 Treffer), versagte. Erst scheiterte er vom Elfmeterpunkt und traf nur den Pfosten, kurz darauf lief er allein auf Torwart Ramovic zu und scheiterte erneut. Dafür überzeugte Bremens zweite Sturmspitze Klasnic. In der 75. traf er zum 1:0, zehn Minuten später erhöhte Johan Micoud per Kopf auf 2:0. Es war eine logische Konsequenz. Bremen spielte nicht überragend, aber effizienter und hatte am Ende auch Glück. Am kommenden Wochenende muss der SV Werder, der auch im Pokalfinale steht, nach Stuttgart. Das Double ist jedenfalls greifbar nahe.

Der auswärts schwache SC Freiburg – die bisherigen sieben Heimspiele gegen Freiburg hat 1860 gewonnen – erwischte einen guten Start. Nach nur zehn Minuten hatte Coulibaly vor nur 15 000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion die Gäste in Führung gebracht. Am Ende wurden die Punkte geteilt. Nach der jüngsten Krise – die Schmiergeldaffäre um das neue Stadion und der Rücktritt von Karl- Heinz Wildmoser als Präsident – hatte Trainer Falko Götz seine Profis in die Pflicht genommen: „Der Verein hat den Umbruch eingeleitet. Es gibt keine Alibis mehr. Wir haben genug negative Dinge erlebt. Es wird Zeit, dass wir wieder positive Schlagzeilen schreiben.“ Der Australier Paul Agostino war es, der sich diese Worte zu Herzen genommen hatte. In der 58. Minute egalisierte er die Freiburger Führung.

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