Bremen kommt ins Olympiastadion : Ist die Krise von Werder Fluch oder Segen für Hertha?

Am Freitagabend ist Werder Bremen zu Gast im Berliner Olympiastadion. Die Mannschaft von Robin Dutt hat in den vergangenen vier Spielen 17 Gegentore kassiert. Ob Werders hohe Pleiten Hertha helfen, ist allerdings offen.

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Krise an der Weser: am vergangenen Samstag verlor Bremen mit 0:7 gegen den FC Bayern.
Krise an der Weser: am vergangenen Samstag verlor Bremen mit 0:7 gegen den FC Bayern.Foto: dpa

17 Gegentore, das ist eine stolze Leistung in 15 Spielen, vor allem für einen Aufsteiger wie Hertha BSC. „Ich bin davon selbst überrascht“, sagt Trainer Jos Luhukay und spricht seinem Team seine Hochachtung aus. 17 Gegentore, das ist eine peinliche Leistung in den letzten vier Spielen, vor allem für einen etablierten Bundesligisten wie Werder Bremen. Dass die Bremer gar sieben auf einen Streich vom FC Bayern eingeschenkt bekamen, lässt jedoch nicht darauf schließen, dass sie am Freitag im Olympiastadion ein leichter Gegner sein werden.

„Die Höhe der Niederlage kostet Selbstvertrauen“, orakelt Luhukay, „kann aber auch zu einer Trotzreaktion führen.“ Dann könnten Spieler, an deren Ehre appelliert wird und die schnell Wiedergutmachung betreiben wollen, durchaus ein paar Prozentpunkte mehr abrufen. Luhukay ist selbst gespannt, wie der Tabellen-14. auftreten wird. „An unserer Philosophie ändert das aber nicht viel“, sagt er, Hertha wolle weiter aktiv nach vorne spielen. Denn nach drei sieg- und torlosen Heimspielen „wollen wir etwas, das glücklich macht – Tore und Punkte“.

Vielleicht ändert das Auftreten der Bremer doch mehr, als den Berlinern lieb ist. Nicht nur Luhukay weiß, dass man nach einem 0:7 „aus Trainersicht als Erstes dafür sorgen muss, dass sich die Defensive stabilisiert“. Das könnte dazu führen, dass sich Werder ähnlich in der eigenen Hälfte verbarrikadiert wie zuletzt Augsburg. Das schmeckte den Berlinern gar nicht. Diese Spielweise ist jedoch keine Erfindung der Augsburger, davor waren mit Schalke und Leverkusen „zwei größere Mannschaften mit defensiver Taktik hier erfolgreich, das hat Augsburg übernommen“, stellt Luhukay fest. Es hat sich herumgesprochen in der Liga, dass Hertha sich zuletzt schwer tat, gegen destruktive Teams Konstruktives zu vollbringen. Das könnte nun auch Bremen versuchen, mit Betonung auf „versuchen“, angesichts der zuletzt gezeigten Verteidigungskünste.

Ohnehin sah es bei Hertha in Braunschweig schon besser aus bei der Anbindung des Sturms ans Mittelfeld und beim Herausspielen von Chancen. „Das Tandem Ramos und Ronny hat da Freude gemacht“, sagt Luhukay, „die beiden sind auch unsere Hoffnung am Freitag.“ Wobei er sich nicht festlegte, dass Ronny auch spielt. Noch fraglicher ist der Einsatz von Linksverteidiger Johannes van den Bergh, den eine Oberschenkelverhärtung plagt. Gegen Werder sind sowieso eher die Offensivspieler gefragt.

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