Bremen - Leverkusen 1:1 : Werders Debütanten überzeugen

Werder Bremen schafft mit drei Debütanten ein 1:1-Unentschieden gegen Bayer Leverkusen. Die Gäste verzichteten hingegen freiwillig auf einen Stammspieler.

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Wir müssen leider draußen bleiben: Michael Ballack steht wie die anderen Leverkusener Ersatzspieler abseits des Platzes.
Wir müssen leider draußen bleiben: Michael Ballack steht wie die anderen Leverkusener Ersatzspieler abseits des Platzes.Foto: dapd

Dass Michael Ballack 90 Minuten auf der Bank saß, war nur eine Randnotiz nach dem 1:1 (1:0) von Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen. Das lag zum einen daran, dass sich ein zunächst recht fades Gekicke zu einem echten Spitzenspiel entwickelte. Der andere Grund war, dass nach dem Spiel vor allem über die jungen Bremer gesprochen wurde – und nicht über den reifen Ballack. Werder hatte aufgrund erheblicher Personalsorgen mit Florian Hartherz und dem Schweizer Francois Affolter gleich zwei Debütanten in der Startelf aufgeboten. Der ebenfalls von Trainer Thomas Schaaf aufgestellte Tom Trybull konnte gerade einmal auf 90 Minuten Bundesliga-Erfahrung zurückblicken, mit Niclas Füllkrug kam später der dritte Bundesliga-Novize auf den Platz. „Das war gut, was die Jungs geleistet haben, das war erfrischend“, sagte Schaaf.

Klubchef Klaus Allofs war ebenfalls zufrieden mit den Youngstern, sah es aber deutlich nüchterner: „Man freut sich, wenn sie gut spielen, aber ich weiß, dass die Begeisterung bei den Fans auch schnell wieder nachlässt, wenn man mit diesen jungen Spielern verliert.“ Am Sonnabend verlor Werder nicht, und Schaafs Nachwuchsspieler waren begeistert von ihrem Debüt. Füllkrug nannte es „einfach nur geil“ und Hartherz sprach sogar vom schönsten Tag seines Lebens, der nur einen kleinen Makel hatte: „Es wäre natürlich noch schöner gewesen, wenn wir die drei Punkte eingefahren hätten.“

Die Bremer waren nach einer knappen halben Stunde in Führung gegangen. Tom Trybull hatte präzise auf Claudio Pizarro geflankt, der Bernd Leno mit seinem Flachschuss zur 1:0-Pausenführung keine Chance ließ. Michael Ballack musste auch nach dem Rückstand weiter sein Dasein als Bankdrücker fristen. Leverkusens Trainer Robin Dutt sagte nach dem Spiel: „So wie die Mannschaft gespielt hat, gab es keinen Anlass zu wechseln.“ Zumindest traf das auf Ballack zu, denn Eren Derdiyok kam für Danny de Costa ins Team. Aber es war nicht der Stürmer, der traf, sondern Abwehrspieler Stefan Reinartz nach Fehler von Werders Torhüter Tim Wiese, der sich bei einer Flanke verschätzt hatte. Leverkusen hatte jetzt deutlich mehr Spielanteile. Aber Werder, mit dem guten Affolter und dem überragenden Sokratis in der Innenverteidigung, stemmte sich gegen die drohende Übermacht. Die Gastgeber meldeten sich sogar eindrucksvoll zurück: Markus Rosenberg traf nach gut 80 Minuten den Pfosten, kurz darauf parierte Leno einen Schuss von Hartherz. „Gerade in der Schlussphase war viel Begeisterung und viel Leben drin“, sagte Schaaf. So richtig hilft das Unentschieden allerdings keinem der beiden Klubs weiter: Die Punkteteilung ist zu wenig, um den Champions-League-Plätzen näher zu kommen.

Schließlich ging Dutt noch kurz auf das Thema Ballack ein. Er wollte allerdings nichts davon wissen, dass die Klubverantwortlichen unter der Woche mit Ballack gebrochen hätten. „Es ist doch klar, dass es bei einem so prominenten Spieler zu Nebengeräuschen kommt, wenn er nicht spielt“, sagte Dutt und versicherte: „Der Micha wird in Zukunft noch einige Spiele für uns machen, das ist doch klar.“

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