Bremen - Leverkusen 1:4 : Leverkusen ist plötzlich Bayernjäger

Bayer Leverkusen schiebt sich nach dem 4:1 in Bremen auf Platz zwei hinter den FC Bayern. Für Bremen werden die Leverkusener immer mehr zum Angstgegner.

von
Bayernjäger haben sich lieb: Trainer Sascha Lewandowski und Stürmer Andre Schürrle. Foto: dpa
Bayernjäger haben sich lieb: Trainer Sascha Lewandowski und Stürmer Andre Schürrle.Foto: dpa

Bayer Leverkusen hat sich am Mittwochabend vorbei an Borussia Dortmund auf Platz zwei der Bundesligatabelle geschoben und gilt nun als erster Jäger des FC Bayern München – wenn man das bei zehn Punkten Rückstand auf die Münchner überhaupt so nennen kann. „Dass wir hier so deutlich gewinnen, ist sensationell. Vieles greift jetzt, was noch vor ein paar Wochen nicht geklappt hat“, lobte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler sein Team. Die Leverkusener gewannen vor 37.231 Zuschauern im Weser-Stadion nach Toren von Gonzalo Castro(2), Simon Rolfes und Jens Hegeler souverän mit 4:1 (1:0). Die Bremer, für die Nils Petersen traf, sind nun seit neun Punktspielen gegen Bayer ohne Sieg – so lange wie gegen keine andere Mannschaft der Liga.

Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf fiel zunächst überwiegend dadurch auf, ihren Gästen den Ball in die Füße zu spielen. Die Bremer agierten im dritten Spiel nach dem Abschied von Klubchef Klaus Allofs ungewohnt defensiv und mit vielen Fehlern im Spielaufbau. Und so war es dann doch etwas verwunderlich, dass Niclas Füllkrug, der als Ersatz für den erkrankten Marko Arnautovic spielte, die erste klare Tormöglichkeit des Spiels besaß. Es war fast eine Kopie des 1:0 in Wolfsburg aus der Vorwoche: Eljero Elia hatte sich auf links durchgesetzt, in der Mitte stand aber eben nicht Arnautovic sondern Füllkrug – und so war es nach dessen Fehlschuss eben nur fast eine Kopie. Bayer hingegen traf nach einer guten halben Stunde zum 1:0. Werder-Torhüter Sebastian Mielitz wehrte zunächst den Schuss von Daniel Carvajal ab, hatte aber gegen den Nachschuss von Castro keine Chance. Bremen gab sich anschließend redlich Mühe, aber was es bedeutet, wenn so etwas im Zeugnis steht, ist ja hinlänglich bekannt. Immerhin erspielten sich die Bremer durch Aaron Hunt, Petersen und Zlatko Junuzovic einige Möglichkeiten vor der Pause auszugleichen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde es dann bunt auf beiden Seiten: Erst vergab Hunt für die Bremer eine so genannte Hundertprozentige, dann spielte auf der Gegenseite Lars Bender Castro frei, der locker zum 2:0 einschob, dann flankte Hunt auf Petersen – 1:2. Durchatmen. Die Bremer stellten sich nun in der Vorwärtsbewegung deutlich geschickter an und streuten gar Kabinettstückchen ein wie Hunt bei seinem Fallrückzieher nach einer Stunde. Doch weil die Bremer in der Defensive auch immer wieder haarsträubende Fehler zuließen, fiel nach 75 Minuten das vorentscheidende 3:1 für die Gäste: Sebastian Prödl hatte den Ball verdaddelt, nach Vorlage von Stefan Kießling verwertete Simon Rolfes, ehe auch noch Hegeler nach Vorarbeit von Andre Schürrle mit seinem ersten Saisontreffer zum Endstand traf.

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben