Bremen - Schalke 0:2 : Lukimya patzt, Schalke siegt

Das Duell des SV Werder Bremen gegen den FC Schalke war ein Duell der B-Mannschaften. Sowohl bei den Bremern als auch bei den Gelsenkirchenern fehlten verletzungsbedingt jeweils rund ein halbes Dutzend Stammspieler. Am Ende verlor Bremen nach zwei haarsträubenden Fehlern von Assani Lukimya mit 0:2 und steckt nun wieder mitten im Abstiegskampf.

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Der frühere Herthaner Raffael bejubelt Ciprian Marica, der das entscheidende 2:0 für Schalke erzielte.
Der frühere Herthaner Raffael bejubelt Ciprian Marica, der das entscheidende 2:0 für Schalke erzielte.

Bremen - Eine knappe Stunde nach der 0:2-Heimniederlage Werder Bremens gegen den FC Schalke 04 musste eine Gruppe von Werder-Fans am Mannschaftsbus der Schalker vorbei. Es war nicht wirklich überraschend, dass die Bremer Anhänger keine freundlichen Worte für den Gegner übrig hatten – die üblichen Schmähgesänge halt. Als aber just in diesem Moment zwei Bremer Spieler den Parkplatz verließen, skandierte einer der grün-weißen Fans plötzlich: „Scheiß Werder Bremen…“ Die Bremer Fans waren bedient. Bereits im Stadion hatten viele das Gekicke mit Pfiffen quittiert. Werder kann heilfroh sein, dass der FC Augsburg seine Führung in Dortmund noch verspielte, so dass die Bremer weiter sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz haben. Aber zumindest in der zweiten Halbzeit spielten sie wie ein Absteiger.

Dabei hatte Werder ordentlich begonnen und in der ersten Halbzeit die klar besseren Chancen. Unisono verwiesen Trainer Thomas Schaaf und sein Kapitän Aaron Hunt auf die alte Fußballerweisheit, nach der es sich eben rächen würde, wenn man seine Chancen liegen lasse. Dem 0:1 vorausgegangen war ein individueller Fehler von Innenverteidiger Assani Lukimya, der Julian Draxler den Ball vor die Füße spielte – dieser ließ sich die Chance nicht nehmen. Es ehrt die Bremer Spieler, dass sie Lukimya keinen Vorwurf machten. Hunt erklärte: „Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Wir sind ein Team.“

Gewonnen hat Werder allerdings schon seit sieben Spielen nicht mehr. Und das mit dem Team kann man auch nur bedingt stehen lassen. Bei Werder scheint jeder mit sich selbst beschäftigt zu sein, keiner hilft dem anderen. „Es ist ärgerlich, dass uns ein Rückstand jedes Mal so umhaut“, sagte Hunt. Noch ärgerlicher, dass Lukimya ein weiteres Mal patzte. Sein Rückpass nach 69 Minuten geriet zu kurz, Raffael legte quer auf Ciprian Marica und der schob zum 2:0 ein.

Trotz des Sieges war aber auch Schalkes Trainer Jens Keller nicht zufrieden mit seiner Mannschaft, zumindest nicht mit der ersten Halbzeit. „Es ist ziemlich laut geworden in der Kabine“, sagte er. „Aber ich bin froh, dass es gefruchtet hat. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt nach der Pause.“ Das kann man von Werder nicht behaupten. Sven Bremer

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