Sport : Bremen - Wolfsburg: Die Quittung

Die Quittung für das andauernde Gerede und die wochenlange Unruhe kam prompt. Nach der 2:3 (1:2)-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg kann Werder Bremen seine Ambitionen auf die Champions League wohl endgültig abhaken. Schrittweise hatte sich Werder Bremen aus den Niederungen der Tabelle nach vorn gespielt, war zumindest bis Sonntag noch immer die beste Mannschaft des Jahres 2001. Doch mit dem Erfolg begannen auch die internen Probleme. Stürmerstar Claudio Pizarro flirtet mit der Seria A in Italien, Andreas Herzog kündigte seinen Abschied zum Saisonende an und Torwart Frank Rost macht kein Geheimnis aus seinem Interesse an Borussia Dortmund.

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Ob nach der völlig verdienten Pleite im Nordduell nun Ruhe einkehrt an der Weser, darf getrost bezweifelt werden. "Natürlich ist das Gerede von den Vereinswechseln störend", sagte Trainer Thomas Schaaf, "aber in unserer Situation darf man so eine Leistung trotzdem nicht anbieten." Ideenlos und ohne überzeugendes Aufbäumen schlitterte das Team in eine Niederlage, die weitere Probleme in der Mannschaft auslösen dürfte: "Vor der Partie steht auf der Tafel, wer wen zu decken hat", kritisierte Rost seine Vorderleute, "wenn das aber 50 Meter weiter auf dem Spielfeld wieder vergessen ist, wird es schwer."

Jonathan Akpoborie und Zoltan Sebescen (2) trafen für die Gäste, die sich eindrucksvoll für die schwache Leistung bei der 0:1-Heimniederlage gegen 1860 München am Wochenende zuvor rehabilitierten. Ailton und Pizarro waren zwar für die Hanseaten erfolgreich, doch angesichts zahlreicher Wolfsburger Großchancen hätte die dritte Bremer Heimniederlage in dieser Saison noch höher ausfallen können. "Meine Mannschaft hat gezeigt, was sie kann", kommentierte VfL-Trainer Wolfgang Wolf, "wir haben unsere Chancen auf einen einstelligen Tabellenplatz und die Teilnahme am UI-Cup deutlich verbessert."

"Internationaler Wettbewerb" ist auch weiterhin das Ziel der Bremer. Doch Manager Klaus Allofs wird in den nächsten Tagen mehr damit zu tun haben, sein Team für die kommende Saison zu basteln als die Spieltermine im Uefa-Cup zu lernen. Nach dem WM-Qualifikationsspiel zwischen Peru und Brasilien am Mittwoch wird er sich mit dem Berater von Pizarro treffen und um den 22-Jährigen kämpfen. Außerdem erwartet er ein Angebot für Spielmacher Herzog, der für eine Ablösesumme von etwa vier Millionen Mark den Klub vorzeitig verlassen darf.

Das angeschobene Personalkarussell geht offenbar nicht ohne Folgen an dem Team vorbei. "Diese Wechseldinge nerven mit der Zeit", sagte Rost. Andreas Herzog, der vor vier Wochen überraschend für die Werder-Verantwortlichen seine Abwanderungs-Absichten erklärt hatte, lässt diese Entschuldigung nicht gelten: "Ich denke im Spiel nicht an den Transfer. Wenn das andere in der Mannschaft blockiert, ist das schlecht." Der Österreicher spielt in den Planungen von Allofs ganz offensichtlich keine Rolle mehr. Pizarro, den Torjäger, will Allofs aber halten. Freilich, nicht um jeden Preis.

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