Sport : Breno-Manager greift Bayern an

Der Spieler soll von seinem Münchener Verein Medikamente erhalten haben – Sportdirektor Nerlinger bestreitet die Vorwürfe.

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Stand der FC-Bayern-Profifußballer Breno Borges nicht nur unter Alkohol-, sondern auch unter Medikamenteneinfluss, als in der Nacht auf den 20. September 2011 seine Villa in Grünwald bei München bis auf die Grundmauer abbrannte? Das legt die Aussage seines brasilianischen Managers und Betreuers Guillerme de Miranda Gonzales nahe. Der heute 22-jährige Abwehrspieler Breno muss sich vor dem Münchner Landgericht verantworten, die Anklage wirft ihm schwere Brandstiftung vor.

Laut der Aussage von Gonzales habe Breno „freien Zugang zu den Medikamenten“ beim FC Bayern gehabt. Er habe regelmäßig ein Schlaf- oder Schmerzmittel genommen. Guillerme will Breno gewarnt haben: „Dieses Medikament schafft Abhängigkeiten.“ Besonders in Kombination mit Alkohol sollte man es nicht nehmen.

Den 31-jährigen Manager selbst hat seine Warnung allerdings nicht daran gehindert, an Tag zusammen mit Breno zu trinken – obwohl dieser am kommenden Morgen hätte operiert werden sollen. Zum Mittagessen habe der Fußballer zwei bis drei Bier getrunken, am Nachmittag fast einen ganzen Liter Portwein und zum Abendessen mehr als einen halben Liter Whiskey. Dann habe er die Tablette genommen und gesagt: „In einer halben Stunde bin ich weg.“

Nebenbei kam nach intensivem Nachbohren von Brenos Verteidiger heraus, dass der Manager selbst ein Verhältnis mit Brenos Ehefrau Renata hatte, offenbar jedoch vor Brenos Zeit. Dennoch besuchte er das Paar und die Kinder alle zwei bis drei Monate in München und nächtigte im Gästezimmer.

Nach Einnahme der Tablette schlief Breno dann aber nicht, sondern habe immer intensiver seinen Mannschaftskollegen Rafinha gesucht, der in der Nachbarschaft wohnte. „Er war besessen“, sagte Gonzales. Breno habe die Idee gehabt, Rafinha sei bedroht und er müsse ihm helfen. Der Manager, die Ehefrau und die Kinder verließen die Villa. Als sie gegen 0.30 Uhr zurückkehrten, war das Haus abgebrannt und Breno in Polizeigewahrsam.

Bayern München hat unterdessen die Vorwürfe zurückgewiesen. „Diese Aussagen entbehren jeglicher Grundlage. Grundsätzlich gibt es beim FC Bayern keine Schlafmittel“, erklärte Sportdirektor Christian Nerlinger am Montag. Auch könnten Spieler stets nur auf Anordnung der medizinischen Abteilung Medikamente beim Verein erhalten. „Unsere medizinische Abteilung gehört zu den besten der Welt und hier wird höchst professionell gearbeitet“, betonte Nerlinger.

Patrick Guyton

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