Sport : Briegels Riegel

Albaniens Fußballer besiegen Rehhagels Griechen

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Athen Otto Rehhagel hatte den Handschlag verweigert, das durfte man erwarten. Die Hand hätte er nach dem Spiel Hans-Peter Briegel geben müssen, das ist eine Frage der Höflichkeit und der Souveränität. Aber Briegel hat nicht bloß mit seiner Mannschaft, dem Fußball-Nationalteam Albaniens, gegen den Europameister Griechenland 2:1 (2:1) zu Hause gewonnen, was Rehhagel ohnehin genug gewurmt haben dürfte. Briegel ist auch noch seit sieben Jahren der Intimfeind des früheren Bremer Coachs. Ausgerechnet gegen diesen Mann also verlor Rehhagels Truppe in der WM-Qualifikation. Briegel dagegen feierte in der albanischen Hauptstadt Tirana einen Prestigeerfolg und sorgte für den größten Tag in der 74-jährigen Geschichte des albanischen Verbandes. Und Briegel dürfte innerlich gejubelt haben. Denn seit Rehhagel, der frühere Trainer des 1. FC Kaiserslautern, den damaligen FCK-Sportdirektor Briegel einen Lehrling nannte, herrscht zwischen beiden Männern Funkstille. Offiziell aber blieb Briegel gelassen: „Wir sollten die Füße fest auf dem Boden behalten. Wir spielen gut gegen große Mannschaften, aber nicht so gut gegen andere.“ Unter Briegel sind die Albaner zu Hause seit zwei Jahren ungeschlagen.

Für Griechenland aber könnte sich die Niederlage als bedeutsam erweisen. Schließlich gerät die WM-Teilnahme in Gefahr. „Wir haben zwei frühe Tore kassiert und konnten danach nicht mehr zurückkommen“, sagte Rehhagel. Schon nach zehn Minuten führten die Albaner durch Treffer von Edvin Murati (2.) und dem Oberhausener Zweitliga-Profi Adrian Aliaj (10.) mit 2:0. Den Griechen gelang nur noch der Anschlusstreffer durch Stelios Giannakopoulos (39.).

Überschattet wurde das Spiel von schweren Krawallen zwischen Griechen und Albanern. Dabei gab es ein Todesopfer und sieben Verletzte. Auf der Insel Zakynthos stach ein US-Amerikaner griechischer Herkunft auf drei Albaner mit einem Messer ein und fügte einem Widersacher tödliche Verletzungen zu; die beiden anderen Albaner wurden durch die Messerstiche verletzt. In Athen kam es ebenfalls zu Messerstechereien und regelrechten Straßenkämpfen. Vier Albaner und ein Grieche mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Auch vor dem Spiel herrschte eine hitzige Atmosphäre. Der Bus der Gäste wurde bei der Anfahrt zum ausverkauften Stadion mit Steinen beworfen. Im Stadion warteten dann 20 000 aufgeputschte Fans auf die Griechen. Tsp

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