Sport : Brink und Reckermann holen EM-Titel

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Defensivspezialist im Angriff. Julius Brink (r.) bewies im Finale Vielseitigkeit. Foto: nph
Defensivspezialist im Angriff. Julius Brink (r.) bewies im Finale Vielseitigkeit. Foto: nphFoto: nordphoto

Den Haag - Julius Brink ist wie ein brodelnder Vulkan, der permanent vor dem Ausbruch steht. Wer diesen Mann im Sand hat spielen sehen, weiß, wie viele Emotionen die Sportart Beachvolleyball hervorrufen kann. Bei der Europameisterschaft am Strand von Den Haag kann man den Abwehrspieler jedoch in einem anderem Aggregatzustand erleben: tiefenentspannt. Nach dem Viertelfinale gegen die deutschen Landsleute Thomas Kaczmarek und Alexander Walkenhorst strahlte Brink so hell wie die Sonne über der Nordsee: „Es ist schön, wieder zusammenzu- spielen. Ich bin einfach nur happy.“

Die quälend lange Zeit des Wartens hat ein Ende, Julius Brink und Jonas Reckermann greifen wieder gemeinsam an. Gestern Nachmittag trat Deutschlands bestes Beachvolleyball-Team im EM-Finale gegen die Niederländer Emiel Boersma und Daan Spijkers an und gewann mit einer beeindruckenden Vorstellung 2:0 (21:17, 22:20). „Es war eine perfekte Woche“, sagte Brink nach dem Matchball. Und Reckermann, der als erster Beachvolleyballer zum vierten Mal EM-Gold holte, ergänzte: „Mit dieser Vorgeschichte hier den Titel abzuräumen, ist phänomenal.“

Es war der erste Auftritt des Welt- und Europameisterduos in dieser Saison, weil Reckermann auf die bisherigen Turniere wegen einer Schulterverletzung verzichten musste. Ihr großes Ziel und der Grund, warum der begnadete Defensivmann Brink und der Ausnahmeblocker Reckermann vor vier Jahren ein Team bildeten, geriet in Gefahr: eine Medaille bei den Olympischen Spielen in London. Gefragt waren Tugenden wie Geduld und Zurückhaltung, es galt, tunlichst kein Risiko einzugehen. Und so wurde das Comeback immer wieder hinausgeschoben. Dabei weiß Reckermann genau, „dass diese Wettkampfhärte, die du dir nur unter Turnierbelastung holen kannst, durch nichts zu ersetzen ist“.

Bei der EM war der richtige Zeitpunkt nun gekommen. Und der Weg zurück in den Sand hätte eindrucksvoller kaum gestaltet werden können. Nach holprigen Auftritten in der Gruppenphase steigerten sich Brink/Reckermann in der Folgezeit von Spiel zu Spiel. Die Erleichterung, dass die Mission Olympia nicht in Gefahr ist, war in Den Haag zu spüren. „All die offenen Fragen, die einen verunsichern, sind hier beantwortet worden“, sagte Trainer Jürgen Wagner. Felix Meininghaus

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