Britta Steffens Fatalismus : Kein Weltuntergang für die Wildsau

Bei Olympia 2008 gewann Britta Steffen noch zweimal Gold. Vier Jahre später sucht sie ihre Form, überrascht dafür aber mit erstaunlichen Aussagen.

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Britta Steffen schwimmt in London in ihrer eigenen Welt.
Britta Steffen schwimmt in London in ihrer eigenen Welt.Foto: dapd

Britta Steffen hatte einen schlechten Start, sie wendete als Achte und Letzte, sie reduzierte durch einen guten Schlussspurt ihren Rückstand, aber sie schlug am Ende in ihrem Halbfinal-Lauf doch nur als Sechste an. Sie schwamm im Aquatic Centre über 100 Meter Freistil 54,18 Sekunden, sie schwamm damit erheblich langsamer als bei den Deutschen Meisterschaften (53,68). Sie verpasste als Gesamtzwölfte des Halbfinales den Einzug ins Finale über jene Strecke, auf der sie 2008 Olympiasiegerin geworden war.

Eigentlich war es ein ziemlich mieser Tag für die Weltrekordhalterin Britta Steffen. Und was sagt Britta Steffen nach dem Rennen, mit verklebten Haaren? Britta Steffen sagt entspannt, hart an der Grenze zur Fröhlichkeit: „Ich bin mit meinem Rennen zufrieden, weil ich es optimal eingeteilt habe. Ich habe alles gegeben und gekämpft wie eine Wildsau.“ Britta Steffen ist in London eine ungewöhnliche Erscheinung. Sie hat eine Körpersprache, als hätte sie gerade bei einem Bezirkssportfest ein nebensächliches Rennen verpatzt, aber zugleich verkündet sie: „Ich habe mich stark gefühlt. Ich habe so hart trainiert wie noch nie.“

Mag sein. Aber Britta Steffen ärgert sich nicht über die Leistung, sie ist nicht sauer wie noch im vergangenen Jahr, sie ist eher fatalistisch: „Vielleicht ist meine Zeit vorbei“, sagt sie. Britta Steffen hatte ja schon Mühe, ins Halbfinale zu kommen. Doch bei ihrem Potenzial, bei ihrem Training hätte sie in London zumindest gleich schnell sein müssen wie bei den Deutschen Meisterschaften. Ist sie aber nicht. „Natürlich bin ich enttäuscht über die Zeit“, sagt sie.

Jetzt hoffe sie halt, dass sie zumindest über 50 Meter Freistil ins Finale kommt. Auch auf dieser Strecke gewann sie 2008 Olympiagold. Doch dann verabschiedet sie sich mit einem lockeren Hinweis: Aber „Es ist kein Weltuntergang, durch mich ist auch nicht der Weltfrieden gefährdet – also so weit alles okay.“

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