Bronze bei Biathlon-WM : Frauen-Staffel: Diesmal keine Schnellschüsse

Die deutschen Biathletinnen landen in der WM-Staffel hinter Norwegen und Frankreich auf Platz drei.

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Mach dein Rennen! Maren Hammerschmidt schickt Schlussläuferin Laura Dahlmeier in die Spur.
Mach dein Rennen! Maren Hammerschmidt schickt Schlussläuferin Laura Dahlmeier in die Spur.Foto: dpa

Für ihre Mission Titelverteidigung hatten sich Deutschlands Biathletinnen den bislang sonnigsten Tag bei der WM in Oslo ausgesucht – und den wärmsten. Zum Start ins Wochenende ging es auf dem Holmenkollen zu wie bei einem riesigen Winterpicknick: Überall streckten die Zuschauer ihre Gesichter der Sonne entgegen, hockten sich auf mitgebrachten Decken auf kleine Schneehügel und genossen ein deftiges Kaffeekränzchen. Statt Plätzchen fingerten die Menschen Salamischeiben, Käse und Brot aus ihren Tüten – während parallel dazu das Team der Gastgeberinnen zum Sieg über die 4x6 Kilometer fuhr.

Als Dreingabe zum Traumwetter gab's ein traumhaftes Finish der weiblichen Vierer aus Norwegen, Frankreich und Deutschland. Nach dem letzten Schießen lagen die norwegische Schlussläuferin Marte Olsbu und ihre Verfolgerinnen Marie Dorin-Habert und Laura Dahlmeier nur 11,6 Sekunden auseinander. Doch während die offenkundig von ihren vielen Erfolgen erschöpfte Dahlmeier den Rückstand nicht mehr wettmachen konnte, dem deutschen Quartett aber schließlich Bronze sicherte, begleiteten Olsbu auf dem letzten halben Kilometer spitze Schreie aus dem Stadion.

Denn immer näher rückte ihr Einzel-Weltmeisterin Dorin-Habert. Zum großen Entzücken ihrer Landsleute rettete die tapfere Skandinavierin am Ende jedoch einen Vorsprung von 5,3 Sekunden auf die aufdringliche Französin ins Ziel. Nicht nur zum Erstaunen von Gerald Hönig: Bei den Mit-Favoritinnen, die der Bundestrainer vorab genannt hatte – Frankreich, Tschechien, Italien und die Ukraine – tauchten die Norwegerinnen, deren bestes Winterergebnis zuvor ein fünfter Platz gewesen war, nicht auf.

Nicht ganz so souverän absolvierte Hammerschmidt ihre sechs Kilometer

Der Vierer des Deutschen Ski-Verbands (DSV) dagegen schon – für die Wiederholung des Vorjahrescoups von Kontiolahti reichte es aber nicht. Dahlmeiers Rückstand auf Olsbu nach dem finalen Schießen wuchs bis zum Zielstrich auf 28,6 Sekunden an. Als Fortsetzung der Staffel-Serie in diesem Winter, bei denen es die deutschen Frauen in vier Versuchen vor der WM drei Mal aufs Podest schafften – aber nie gewannen.

Der Plan, das pünktlich zum Saisonhöhepunkt zu ändern, ging zuerst Franziska Preuß an. Die Skijägerin vom SC Haag hat sich mit der Rolle der Startläuferin inzwischen angefreundet. Zu ihrem 22. Geburtstag gab's am Morgen erst mal ein Geburtstagsständchen von den Teamkolleginnen und dazu zwei Geschenke. Die blieben aber zunächst verpackt, der Job hatte Vorrang. Und den erledigte Preuß solide, kam mit zwei Nachladern aus und übergab mit 23,6 Sekunden Rückstand auf die da führenden Finninnen als Siebte an Franziska Hildebrand.

Die Erfahrenste im DSV-Team, in Oslo mehrfach an der ersehnten Einzelmedaille vorbeigerutscht, tat, was von ihr erwartet wurde. Die 28-Jährige lief die Lücke auf die Spitze schnell zu, zeigte zwei bedächtige, aber tadellose Schießeinlagen – und übergab mit einem auf 2,5 Sekunden geschmolzenen Rückstand auf Kanada an Position zwei an Maren Hammerschmidt. „Das ist unsere Newcomerin, auf die dürfen wir alle gespannt sein“, sagte Verfolgungsweltmeisterin Dahlmeier über die Winterbergerin, die Vorjahressiegerin Vanessa Hinz den Staffelplatz abgeluchst hatte.

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Nicht ganz so souverän wie Hildebrand, aber wie Preuß ohne größeren Aussetzer absolvierte Hammerschmidt ihre sechs Kilometer, wechselte als Zweite, 23,3 Sekunden hinter Norwegen, auf Dahlmeier. Und die 22-jährige Garmischerin hielt es dann wie Franziska Hildebrand: Um die zehn Scheiben abzuräumen, musste sie nicht ein Mal nachladen. Was fehlte, war das Tempo am Schießstand: Dorin-Habert überholte sie bei der finalen Übung mit dem Gewehr – so dass Laura Dahlmeier letztlich ein Solo auf Platz drei hinlegte.

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