Sport : Bronze im Beachvolleyball: Die Sandmänner siegen und staunen

Der lange Axel Hager sank in den nassen Sand, der kleine Jörg Ahmann heulte wie ein Schlosshund, und Deutschlands "Mister Volleyball" Burkhard Sude wischte sich gerührt über die Augen: Nachdem das deutsche Doppel Ahmann/Hager beim olympischen Beachvolleyball-Turnier das Spiel um Platz drei mit 12:9 und 12:6 gegen die Portugiesen Joao Brenha/Miguel Maia gewonnen hatten, brachen im Dauerregen am Bondi Beach alle Dämme.

"Bronze ist die Krönung unserer Karriere. Ich kann es noch gar nicht fassen", stammelte Hager nach dem größten deutschen Erfolg im Beachvolleyball überhaupt. Ahmann fiel seiner Frau Andrea um den Hals und rief sofort zuhause an. "Ihr spielt doch noch", meinte Mutter Renate verwundert. "Nee, wir haben schon gewonnen", sagte Ahmann. Das deutsche Fernsehen hatte sich vor dem Ende ausgeblendet.

Erst ganz spät hatten die deutschen Sandmänner die Qualifikation für Olympia geschafft, Hagers Start war wegen einer Schulterverletzung lange fraglich. Keiner hatte die Außenseiter, Neunter in Atlanta 1996, auf der Rechnung. Doch nur zwei Teams waren erfolgreicher als der 31-jährige Hager und der 34-jährige Ahmann: Die US-Amerikaner Dain Blanton/Eric Fonoimoana holten gegen die favorisierten Brasilianer Jose Ze Melo/Ricardo Santos mit 12:11, 12:9 Gold.

Die deutschen Bronze-Gewinner waren auf ihr "kleines, wunderschönes Ding" mindestens genauso stolz. Am kühlen Bondi Beach fühlten sie sich vor 10 000 Zuschauern wie im kalten Timmendorf. Trotz des glitschigen Balles machte Zuspieler Ahmann kaum Fehler, und gegen die krachenden Schmetterbälle von Axel Hager waren die Portugiesen chancenlos. Nach 70 Minuten verwandelte Hager den dritten Matchball zum überraschenden Sieg.

Beim Versuch, den Erfolg zu erklären, nannten beide einen Namen: "Burkhard Sude hat einen Riesenanteil daran. Er hat uns den Feinschliff verpasst", sagte Hager, der nun ebenso wie Verbandspräsident Werner von Moltke einen "Schub für die Sportart" erwartet. "Wir haben gar nicht damit gerechnet, dass wir so lange hier bleiben dürfen", erzählte Ahmann. Drei Mal mussten sie den Flug nach Hause umbuchen. Morgen fliegt Ahmann endgültig gen Heimat. Dort will er bereits am Wochenende wieder eingreifen: als Spielertrainer beim Eimsbütteler TV im Zweitliga-Spiel gegen Braunschweig.

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