BRONZE IM FREIWASSERSCHWIMMEN : Angela Maurer überrascht sich selbst

Angela Maurer
Angela MaurerFoto: dpa

Das von Sommersprossen gesprenkelte Gesicht glänzte in der Sonne, als Angela Maurer über ihren Überraschungscoup im Yachthafen von Barcelona sprach. Die Schwimmerin vom SSV Undine Mainz, die am Samstag 38 wird, hatte sich im Freiwasser-Rennen über 25 Kilometer, ihrer Spezialität, selbst ein Geburtstagsgeschenk bereiten wollen. Aber nun war sie ihrem Zeitplan plötzlich um vier Tage voraus: Auf der olympischen Stecke über zehn Kilometer kraulte Maurer hinter dem brasilianischen Sieger-Duo Poliana Okimoto Cintra und Ana Marcela Cunha zu Bronze. „Das kommt auch für mich absolut überraschend“, gluckste die Mutter eines achtjährigen Jungen, die tags zuvor noch einen Platz unter den Top Ten als ihr Ziel ausgegeben hatte. „Der Vorteil war, dass das hier keine Europa-, sondern eine Weltmeisterschaft ist“, betonte Maurer. „Nach London war es schon schwierig, mich zu motivieren. Aber eine WM ist eben ein Highlight, deshalb habe ich das auch hinbekommen.“ Als Fünfte war sie bei Olympia 2012 im Londoner Hyde Park ins Ziel gekommen, und allein die Vorstellung an weitere Monate mit endlosen Trainingskilometern trieben ihr den Schweiß auf die Stirn. „In meinem Alter wird das schon schwieriger mit dem Training. Und ich kann ja auch nicht sagen: Ich mach’ einfach weniger. Ganz im Gegenteil, ich muss jetzt sogar mehr machen. Doch die nun zehnfache Medaillengewinnerin bei Weltmeisterschaften denkt schon an ihre Nachfolgerinnen. „Ich weiß, dass mir nicht mehr viel Zeit bleibt. Und es ist schön zu sehen, dass Jüngere nachkommen – da kann man leichter loslassen.“Andreas Morbach

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