Sport : Bronze versinkt in Loch Ness

Der Schotte als solcher kann sich nicht über allzu viel freuen. Das Ungeheuer von Loch Ness ist immer noch nicht gefunden, im Fußball verlieren die Schotten dauernd gegen die Engländer, der Dudelsack wird selbst vom Free Jazz ignoriert, und Telefonmast-Werfen bei den Highland games ist zwar zweifellos eine hochspannende Sache. Aber international ist der Durchbruch halt immer noch nicht gelungen.

Wie haben sie also gejubelt in Schottland, im Februar, bei den Olympischen Winterspielen von Salt Lake City. Ein gewisser Alain Baxter hatte die Bronzemedaille geholt. Bronze im Slalom! Ein Schotte holt eine Medaille im alpinen Skisport. Das gab es noch nie. Spielte es da eine Rolle, dass Baxters Vorname Alain reichlich unschottisch klingt und viele seiner Landsleute gar nicht wussten, dass es alpinen Slalom überhaupt gibt? Peanuts!

Aber jetzt ist die Situation der schottischen Ski-Szene wieder so wie das übliche Wetter auf der Insel. Trübe und trostlos. Denn Alain Baxter hat seine Bronzemedaille verloren, weil er gedopt war mit Methamphetaminen. Das IOC fährt ja zurzeit einen sehr harten Anti-Doping-Kurs, deshalb hat es gestern nicht bloß Baxter die Medaille weggenommen, sondern nachträglich auch den ebenfalls gedopten weißrussischen Eishockeyspieler Pankow disqualifiziert. Pankows Teamarzt Lositzki wurde gleich noch für die Olympischen Spiele 2004 und 2006 gesperrt.

Dabei hätten sie doch so sehr etwas zum Festhalten benötigt, die Schotten. Ein Idol, das man feiern kann. Irgendwie müssen sie doch ihren aktuellen Schicksalsschlag abfedern. Am Mittwoch hat Berti Vogts gegen Frankreich sein erstes Spiel als schottischer Fußball-Nationaltrainer.

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