Sport : Bronze zu Hause

Beim Sieg der Norweger läuft die deutsche Biathlon-Staffel auf Rang drei.

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Gewusel am Schießstand. Bei der Männer-Staffel herrscht in Ruhpolding reger Betrieb. Am Ende landeten die Norweger ganz vorne. Foto: dapd
Gewusel am Schießstand. Bei der Männer-Staffel herrscht in Ruhpolding reger Betrieb. Am Ende landeten die Norweger ganz...Foto: dpa

Einmal blickte Arnd Peiffer noch kurz über die rechte Schulter, um auch ganz sicher zu gehen, dass ihn auf den letzten Metern nicht doch noch jemand abfängt. Aber da war keiner. Italiens Schlussläufer Lukas Hofer lief erst 36 Sekunden nach Peiffer ins Ziel – und die Leidenstour hatte für die deutschen Biathleten in ihrem vorletzten Rennen bei dieser Weltmeisterschaft in Ruhpolding ein Ende.

Am ersten Tag der Wettkämpfe hatte Peiffer noch als Schlussläufer das mögliche Gold in der Mixed-Staffel vergeben. Am Ende ergatterte er mit dem Kollegen Birnbacher im gemischten Vierer Bronzemedaille. Die gab es nun am Freitag erneut. Die deutschen Männer landeten 53 Sekunden hinter den Siegern aus Norwegen im Ziel. Zweiter wurde die Staffel der Franzosen.

„Ich musste zusehen, dass ich diese Medaille nach Hause hole. Und das war schwer genug“, sagte Peiffer erleichtert, nachdem er seinen Job erledigt und die Staffel auf dem dritten Platz gebracht hatte. Den Anfang am Freitag machte Simon Schempp, der seine erste Serie ganz ohne Fehler bewältigte. In der zweiten benötigte er einen Nachlader. Am Ende übergab der 23-Jährige, dem auf der letzten Schleife ein wenig die Puste ausging, auf Platz sechs, mit 11,7 Sekunden Rückstand auf die da noch führenden Russen.

Schempp, der im Einzel am Dienstag noch auf dem historisch schlechten Rang 90 eingefahren war, rechtfertigte damit seine wichtige Rolle als erster Mann im deutschen Team, für die ihn die Bundestrainer Mark Kirchner und Fritz Fischer auserkoren hatten. „Ich war vor dem Rennen ziemlich nervös“, sagte der Biathlet. „Der Abstand beim Wechsel war okay“, fand Schempp, denn: „Die anderen sind ja auch keine Pfeifen.“

Ebenso wenig wie der Staffel-Kollege Andreas Birnbacher, Dritter im Gesamt-Weltcup. Birnbacher ging auf die zweite Teilstreckte über 7,5 Kilometer, und er machte seine Sache ähnlich gut wie Schempp. Glück hatte Birnbacher dabei allerdings beim Stehendanschlag, als er die letzte Scheibe erst mit dem dritten Nachlader abräumte und nur knapp einer Strafrunde entging. Probleme mit Puste und Kraft hatte der 30-jährige Oberbayer im Gegensatz zu Schempp keine. Vielmehr holte er auf seinem finalen Streckenabschnitt noch zwei Sekunden auf den führenden Franzosen Simon Fourcade auf.

Beim Wechsel von Birnbacher auf Michael Greis lag das Quartett aus Deutschland bereits auf dem Bronze-Platz, 10,9 Sekunden hinter dem Vierer der Franzosen zurück. Und Greis, der vor allem bei seiner fehlerfreien Übung aus dem Stand einen glänzenden Eindruck hinterließ, hielt diese Position. Er übergab mit 22,3 Sekunden Vorsprung auf den deutschen Schlussläufer Arnd Peiffer.

Und der tat, was zu tun war. „Ich wollte nicht völlig kopflos ins Rennen gehen, nicht zu viel riskieren. Schließlich waren noch ein paar starke Läufer hinter mir“, sagte der lange Mann aus Niedersachsen. Nach dem vorletzten Schießen hatte Peiffer den Rückstand trotz eines Nachladers reduziert. Im finalen Schießen dann legte der Norweger Emil Hegle Svendsen eine fehlerfreie Serie hin. Aber Auch Peiffer behielt die Nerven. Als Dritter machte er sich auf den Weg in Richtung Ziel. Da wurde er von seinen Teamkollegen jubelnd in Empfang genommen. Sie alle fanden, dass sie die deutschen Bronze gewonnen und nicht etwa Gold oder Silber verschenkt hätten: „Der tiefe Schnee hat es uns heute nicht leichter gemacht, aber am Ende haben wir alle ein solides Rennen hingelegt“, sagte Birnbacher.

Auf das Podest will auch die Frauen-Staffel, die in ungewohnter Aufstellung am heutigen Samstag (15.15 Uhr, live bei ARD und Eurosport) an den Start geht. Tina Bachmann läuft für den Titelverteidiger an, dann kommt schon Magdalena Neuner, die an ihre Zimmerkollegin Miriam Gössner übergibt. Schlussläuferin ist Andrea Henkel. Mit den Massenstart-Rennen und dem letzten WM-Auftritt von Neuner geht die Weltmeisterschaft am Sonntag zu Ende.

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