Sport : Bruch im Spiel

Die Volleyballer des SCC beginnen stark und verlieren doch 1:3 gegen Paris

Karsten Doneck

Berlin - Es lief über Erwarten gut. Die Volleyballer des SC Charlottenburg schienen ihren Gegner förmlich erdrücken zu wollen. Unter den 2400 Zuschauern in der ausverkauften Sömmeringhalle machte sich fast Euphorie breit. Paris Volley, der Gast und Favorit, begriff offenbar gar nicht, was geschah. Doch bei einer 17:12-Führung im zweiten Satz kam plötzlich ein Bruch ins bis dahin fast makellose Spiel des SCC. Die Franzosen holten Punkt um Punkt auf, gewannen diesen zweiten Satz noch 25:21 – und später auch das Spiel. Der SCC wird sich nach dem 1:3 (25:22, 21:25, 22:25, 22:25) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League über eine verpasste Gelegenheit ärgern.

„Wir haben die doch an die Wand gespielt. Da sah doch nach einem 3:0-Sieg für uns aus“, sagte Kaweh Niroomand, der Manager des SCC. Für die Charlottenburger könnte das Rückspiel am kommenden Mittwoch schon das letzte im diesjährigen Europapokal werden – das Ausscheiden droht. Dann könnten sich die Charlottenburger wenigstens damit trösten, dass sie mit dem Überstehen der Vorrunde schon mehr erreicht haben, als ihnen vorab zugetraut worden war.

Im ersten Satz gegen Paris zeigte der SCC, wozu er fähig ist. Gegen die Sprung- und Schlagkraft von Robert Kromm fanden die Franzosen kein Mittel. Elf der 25 Punkte machte der 2,11 Meter große Kromm allein. Der Gastgeber hielt sein hohes Level auch zu Beginn des zweiten Satzes. Am konzentriert abwehrenden Block scheiterten viele gut angelegte Angriffe der Pariser. Was dennoch durchkam, fand dank der sicheren Annahme der Charlottenburger kurze Zeit später wieder übers Netz zurück. Gerade hatte Kromm unter dem tosenden Jubel des Publikums noch den Punkt zum 17:12 gemacht, da ging plötzlich gar nichts mehr beim SCC. Es folgte eine Serie von 1:8 Punkten, alle Auswechslungen und die Auszeiten von Trainer Mirko Culic brachten keine Beruhigung. „Unerklärlich“, fand Niroomand den Leistungsabfall. „Da gab es einen Knick, so was geht eigentlich gar nicht“, stellte Mittelblocker Felix Fischer verzweifelt fest.

Im vierten Satz führte der Bundesliga-Zweite noch einmal 17:12, zum Satzgewinn reichte das nicht. Felix Fischer dachte nachher schon weiter. „Schnell vergessen“, riet er seinen Mitspielern. Am Sonntag wartet auf den SCC der nächste Höhepunkt: das Pokalfinale in Bonn gegen den VfB Friedrichshafen.

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