Sport : Brücken für MV

DFB-Präsident soll heute auf Kandidatur verzichten

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Berlin – Der Deutsche FußballBund (DFB) gerät bei der Suche nach einem Bundestrainer zunehmend in Schwierigkeiten. Nach Ottmar Hitzfeld haben mit Volker Finke vom SC Freiburg und dem dänischen Nationaltrainer Morten Olsen weitere Kandidaten abgesagt. Auch Arsène Wenger von Arsenal London steht nicht zur Verfügung: „Ich habe einen Vertrag bis 2005. Den werde ich erfüllen“, sagte Wenger dem „Kicker“.

Favorit für die Nachfolge des zurückgetretenen Rudi Völler bleibt damit der griechische Nationaltrainer Otto Rehhagel. Nach der Krisensitzung des DFB-Präsidiums am vergangenen Montag in Frankfurt am Main hatte die neue Trainerfindungskommission sogleich mit der Arbeit begonnen. Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, Generalsekretär Horst R. Schmidt und Franz Beckenbauer als Organisationschef der WM 2006 hatten bis spät in die Nacht zusammengesessen und Aufgaben verteilt. Inzwischen soll es auch einen ersten Kontakt zu Rehhagel gegeben haben, wie der Tagesspiegel aus Funktionärskreisen erfuhr.

Rehhagel hat in Griechenland einen Vertrag bis 2006. Gestern räumte der griechische Verbandschef Vassilis Gagatsis jedoch ein, dass Rehhagel nicht zu halten sei, sollte er sich für seine Heimat entscheiden. Vor allem wird der Trainer nach dem Sieg bei der Europameisterschaft höhere Ansprüche als bisher erfüllen müssen. Und im September beginnt die Qualifikation für die WM 2006, wo die Griechen auf starke Gegner wie Dänemark, die Türkei und die Ukraine treffen.

Unterdessen ist der DFB bemüht, den Machtkampf an der Verbandsspitze zwischen Mayer-Vorfelder und Schatzmeister Theo Zwanziger so schnell wie möglich zu beenden. In Frankfurt am Main wird heute eine Kommission zusammentreffen, die eine Kampfkandidatur um das Präsidentenamt verhindern soll. Unwahrscheinlich ist, dass Zwanziger seine Kandidatur zurückzieht. Daher wird die Kommission versuchen, Mayer-Vorfelder schon heute zum Verzicht zu bewegen, heißt es aus der DFB-Führung. „Wir müssen MV eine goldene Brücke bauen“, sagte Hessens Verbandschef Rolf Hocke. Ehrenpräsident Egidius Braun schlug vor, Mayer-Vorfelder könne den deutschen Fußball auch ohne das Präsidentenamt in internationalen Gremien der Fifa und der Uefa vertreten. hude/ide

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