Sport : Buch mit Substanz

Die Dopingproblematik wissenschaftlich erklärt

Friedhard Teuffel

Wenn man Sport im Fernsehen nicht nur mit dem Gefühl, sondern auch mit dem Verstand anschauen würde, dann müsste man eigentlich ständig ein Buch wie das von Dirk Clasing herausgegebene zur Hand haben. In der Leichtathletik etwa sind Grundkenntnisse über Doping inzwischen genauso wichtig wie das Wissen über Rekorde und Titelträger. Clasings Buch bietet einen guten Überblick darüber, wie sich die Leistungsmanipulation entwickelt hat, welche Substanzen wie wirken und was es mit Kontrollen auf sich hat. Es hat aber mit einem Grundproblem zu kämpfen: so niedrig die Hemmschwelle oft ist, Doping auszuprobieren, so hoch ist sie, sich über die gesundheitlichen und ethischen Gefahren aufklären zu lassen. Das Kapitel zur moralischen Seite des Dopings hat übrigens Ommo Grupe verfasst, der zu den klügsten Denkern zählt, wenn es um Ethik des Sports geht. An manchen Stellen ist das Buch recht wissenschaftlich . Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Gerade die vom Doping stark betroffene Leichtathletik erhebt mit ihren ganzen Statistiken selbst einen fast wissenschaftlichen Anspruch. Da sollte man es mit der Schattenseite des Sports mindestens ebenso genau nehmen.

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