Bundesliga, 24. Spieltag : Der Kopf spricht für Hertha

Gegen die TSG Hoffenheim geht es für die Berliner am Samstag in der Bundesliga um fast alles: Wird es eine gute Woche oder geht vieles kaputt?

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Obenauf. Nach dem Sieg in Freiburg sieht Kapitän Arne Friedrich Hertha im Abstiegskampf psychologisch im Vorteil. -Foto: ddp

In elf Wochen ist alles vorbei. Spätestens dann wird feststehen, ob Hertha BSC nach dem Sommer in der Bundesliga mitspielt oder nicht. Das Heimspiel am Samstag gegen die TSG Hoffenheim hat für den Tabellenletzten dabei einige Bedeutung. Können die Berliner den leichten Aufwärtstrend nach dem Sieg in Freiburg vor einer Woche bestätigen, ein gutes Resultat nachlegen und eventuell das Tabellenende verlassen, oder erleiden sie im Kampf gegen den Abstieg einen Rückschlag? „Das kann eine gute oder eine ganz blöde Woche werden“, sagt Arne Friedrich. „Wir können viel gewinnen, aber auch viel kaputt machen.“

Herthas Mannschaftskapitän hat nach dem 0:4 in Lissabon am vorigen Dienstag recht schnell zurück in den Bundesligaalltag gefunden. Auch er wäre zwar gern weiter im internationalen Wettbewerb verblieben, aber „man muss sagen, das war ’ne Nummer zu hoch für uns“.

Für das Spiel im Olympiastadion gegen Hoffenheim setzt der 30-Jährige auf eine Fortsetzung der Leistungen in der Liga. „Bis auf das Spiel in Lissabon – das war ja insgesamt eine Katastrophe – ist die Abstimmung auf dem Platz besser geworden, wir stehen viel stabiler“, sagt Friedrich. Tatsächlich hat Hertha in den sechs Rückrundenspielen lediglich drei Gegentore kassiert. In der Rückrundentabelle belegen die Berliner den siebenten Platz. „Wir müssen sicher stehen und erst einmal auf zu null spielen“, sagt Friedrich, der wohl mit dem Prager Roman Hubnik das Paar in der Innenverteidigung bilden wird. „Wir wollen gewinnen, weil wir die Punkte unbedingt brauchen.“

Niederlage würde Hertha zurückwerfen

Die Gefahr, dass Hertha das Spiel verliert, ist latent gegeben. Für die Stimmung innerhalb der Mannschaft, aber auch im Umfeld des Klubs wäre ein solcher Fall nicht gut. Nach einer Niederlage wäre die Trauer groß, erzählt Friedrich, vor allem dann, wenn die Konkurrenz gleichzeitig mal wieder gewinnt. „Wir wollen uns den positiven Trend der letzten Spiele nicht zerstören lassen“, sagt Friedrich. „Wenn es geht, wollen wir gewinnen“, aber zur Not könnte er mit einem Unentschieden auch leben.

Die Berliner erwarten die Gäste offensiv. Das sei gut für Hertha, findet Friedrich. Hoffenheim sei nicht die Mannschaft, die sich hinten reinstellt und kontert. „Wir sollten darauf vorbereitet sein, dass sie uns unter Druck setzen wollen.“ Selbst das Spiel zu machen, sei nicht unbedingt die Stärke Herthas. „Das hat auch unter Lucien Favre nicht besonders gut geklappt“, sagt Friedrich. Das Aus in der Europa League habe die Mannschaft nach seinem Dafürhalten ordentlich verkraftet. „Jetzt können wir uns auf die Bundesligasaison konzentrieren und ehrlich, das ist auch das, was wir brauchen.“ Alle Kraft und Anstrengung gelte nun dem Abstiegskampf.

Arne Friedrich sieht Hertha im Vorteil. „Für uns spricht, dass wir einen positiven Trend haben.“ Hannover und Freiburg seinen geradezu eingebrochen. „Hannover erlebt gerade einen Einbruch, wie wir ihn in der Hinrunde hatten“, erzählt Friedrich. „Es war wie in einem Strudel. Du steckst Niederlage nach Niederlage ein. Jetzt haben wir die negativen Dinge aus dem Kopf bekommen. Der Kopf ist im Moment unser Vorteil.“ Ähnliches gilt für die Nürnberger, die sich in Breno und Ottl sehr gut verstärkt und den Bayern ein Unentschieden abgetrotzt hätten. Für Hertha könne daher nur gelten, Hannover und Freiburg hinter sich zu lassen. „Hannover wird es schwer haben, weil sie in einem Sumpf stecken“, sagt Friedrich, „aber wir sollten auf uns schauen.“ Wie gesagt: Der Kopf spielt vielleicht für Hertha, nun müssen nur die Füße auch wollen. Bei einem Sieg ist Hertha wieder im Rennen.

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