Bundesliga, 5. Spieltag : Duell der Enttäuschten im Mittelpunkt

Obwohl die Saison erst wenige Spieltage aufzuweisen hat gibt es schon die ersten Krisengipfel in der Bundesliga. Bremen, HSV, Bayern und Leverkusen - alle wollen sich von ihren Sorgen frei schießen.

Hamburg - Am 5. Spieltag der Fußball-Bundesliga steht am Samstag das Duell zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen im Fokus (alle Spiele, 15.30 Uhr, live bei Arena). Wohl kaum einer hätte zu Beginn der Spielzeit gedacht, dass das prestigeträchtige Nordderby nach vier Spielrunden zum Krisengipfel avanciert. Nach einem verpatzten Saisonstart stehen beide Vereine im direkten Duell aber gehörig unter Druck.

Während bei Bremen die Entscheidung hinsichtlich des möglichen Mitwirkens der angeschlagenen Miroslav Klose, Per Mertesacker und Ivan Klasnic wohl erst kurz vor der Partie fallen wird, muss HSV-Coach Thomas Doll weiterhin auf zahlreiche Leistungsträger verzichten. Rafael van der Vaart, Thimothee Atouba sowie die gesperrten Guy Demel und Collin Benjamin fehlen definitiv, lediglich bei Juan Pablo Sorin gibt es vage Hoffnung. Ausreden lässt Doll aber nicht gelten: "Ich will nur eines sehen - ein Team".

Podolski wieder auf die Bank?

Reichlich Unruhe gab es zuletzt auch beim FC Bayern München. Nach der Niederlage in Bielefeld (1:2) fordern die Vereinsoberen eine Reaktion der Mannschaft, die doch endlich ihr Potenzial ausschöpfen möge. Dies soll nun der starke Aufsteiger Alemannia Aachen zu spüren bekommen. Vieles deutet darauf hin, dass Bayern-Coach Felix Magath im Sturm umstellt und Roy Makaay für den glücklosen Lukas Podolski zurück in die Startelf rückt.

Bei der Alemannia gab Shootingstar Jan Schlaudraff rechtzeitig Entwarnung. Über den zuletzt an Rückenbeschwerden laborierenden Angreifer sollen schnelle Gegenstöße laufen und nach Möglichkeit der dritte Sieg in Folge eingefahren werden.

Hertha will bei Mainz Tabellenspitze verteidigen

Auf weitere Ausrutscher der Bayern hofft man derweil bei Hertha BSC Berlin. Nach der Eroberung der Tabellenspitze soll diese möglichst lang gehalten werden. Dafür ist ein Sieg beim FSV Mainz 05 Pflicht. Sorgen bereiten Trainer Falko Götz aber die Ausfälle von Yildiray Bastürk und Gilberto. Die Spielmacherposition wird voraussichtlich Kevin-Price Boateng übernehmen und über links könnte mit Patrick Ebert ein weiteres Eigengewächs zum Einsatz kommen.

In Mainz ist die Euphorie nach dem guten Saisonstart spätestens nach dem 0:2 bei Energie Cottbus verflogen. Nach dem Ausfall Manuel Friedrichs fehlt der Verteidigung die Stabilität und in der Offensive mangelt es den Neuen noch an der nötigen Feinabstimmung. Entsprechend setzt Coach Jürgen Klopp im Bruchwegstadion einmal mehr auf Leidenschaft und Einsatzwillen.

Schalke will sportliche Schlagzeilen schreiben

Ein Erfolgserlebnis wird auch beim FC Schalke 04 herbeigesehnt. Nachdem die Streitigkeiten mit Gerald Asamoah offiziell beigelegt sind und der Angreifer in den Kader zurückkehrt, soll mit einem Sieg über den VfL Wolfsburg wieder das Sportliche in den Vordergrund rücken. Lange verzichten muss Trainer Mirko Slomka auf Sören Larsen (Kreuzbandanriss), zudem fehlen Hamit Altintop und Mladen Krstajic.

Zu verschenken hat man allerdings auch bei den noch sieglosen "Wölfen" nichts. Nach der 1:2-Pleite im Derby gegen Hannover 96 droht dem VfL erneut der Abstiegskampf. Entsprechend hat Trainer Klaus Augenthaler bedingungslosen Einsatz angekündigt. Erschwerend fällt dabei der Ausfall der beiden Angreifer Diego Klimowicz und Isaac Boakye ins Gewicht. So dürfte Mike Hanke bei seiner Rückkehr in die Veltins-Arena die einzige Spitze bilden.

Stuttgart muss Heimkomplex besiegen

Offensiver als Wolfsburg wird der VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt aufgestellt sein. Während man zuletzt in Bremen (3:2) einmal mehr auswärts überzeugen konnte, ist man zu Hause noch ohne Punkt. Den Heimkomplex mit Toren zu den Akten legen soll das Sturmduo Mario Gomez/Cacau, Jon Dahl Tomasson droht erneut die harte Ersatzbank. Weiter fehlen wird Abwehrchef Fernando Meira, für den wohl wieder Serdar Tasci verteidigen wird.

Vor einer leichten Aufgabe steht der VfB aber keinesfalls. Frankfurt strotzt nach den letzten Erfolgen vor Selbstbewusstsein und hat mit Michael Thurk und Ioannis Amanatidis ein immer besser harmonierendes Sturmduo.

Leverkusen sieht sich nicht in der Krise

Zuletzt erfahren musste dies Bayer 04 Leverkusen. Mit 1:3 kam man bei den Hessen unter die Räder und hinkt mit erst vier Zählern den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Von einer Krise will man bei Bayer aber nichts wissen. Die Mannschaft habe bisher gut gespielt, "in der Truppe stimmt es", ist sich Sportchef Rudi Völler sicher. Bewiesen werden muss dies nun ausgerechnet bei den schwer einzuschätzenden 96ern aus Hannover.

Die Niedersachsen erlebten am vergangenen Spieltag unter Neu-Coach Dieter Hecking beim 2:1 in Wolfsburg die Wiederauferstehung. Gegen Leverkusen soll nun nachgelegt werden und der Sprung ins Mittelfeld gelingen. Mit Michael Tarnat, Dariusz Zuraw und Jiri Stajner fehlen aber gleich drei Stammkräfte aufgrund eines grippalen Infektes. (tso/ddp)

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