Bundesliga : "Akte Klose" geschlossen

Das Geheimtreffen von Bayern-Manager Uli Hoeneß und Trainer Ottmar Hitzfeld mit Werder-Stürmer Miroslav Klose sorgte für viel Wirbel. Nun wurde geprüft, ob dieses Treffen gegen die Statuten der Fifa verstieß.

Frankfurt/Main - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat den Fall Miroslav Klose zu den Akten gelegt und wird keine Sanktionen gegen den FC Bayern München verhängen. Dies erklärte Holger Hieronymus, DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb, in einem Interview des Fachmagazins "Kicker". Weil die Beteiligten das Geheimtreffen von Bayern-Manager Hoeneß und Trainer Hitzfeld mit Klose, der bei Werder Bremen noch bis Sommer 2008 unter Vertrag steht, als informelles Gespräch deklarierten und Bremen offiziell keine Beschwerde einlegte, bleibt der Verstoß gegen die Statuten ohne Konsequenzen. "Vor diesem Hintergrund können wir die Sache nicht weiterverfolgen", sagte Hieronymus.

Die Beteiligten hatten in den von der DFL geforderten Stellungnahmen beteuert, dass es sich bei dem Treffen am 24. April in Hannover lediglich um ein informelles Gespräch gehandelt habe. "In meinen Augen hat dies den gleichen Stellenwert wie eine Vertragsverhandlung. Aber weisen sie das mal juristisch nach. Wir wollen das nicht mehr unterscheiden und dementsprechend die Statuten ändern", sagte Hieronymus. Er appellierte an die 36 Proficlubs, sich für schärfere Bestimmungen einzusetzen.

"Uns ist es statuarisch gar nicht möglich, den Dingen nachzugehen. Dafür ist der DFB-Kontrollausschuss zuständig. Er ist nicht tätig geworden. Wir werden die Liga-Statuten auf den Prüfstand stellen und entscheiden, ob sie den Ansprüchen genügen. Dann werden wir sie entsprechend verschärfen oder abschaffen", kündigte der DFL-Geschäftsführer an. Er warnte davor, den Status quo beizubehalten. "Wenn wir alles so weiterlaufen lassen, werden wir am Ende des Tages die Rechnung präsentiert bekommen", sagte Hieronymus.

Offizielle Verhandlungen frühestens sechs Monate vor Vertragsablauf

Das Geheimtreffen der Bayern-Verantwortlichen mit Klose zwei Tage vor dem Bremer Uefa-Cup-Halbfinale bei Espanyol Barcelona (0:3) hatte hohe Wellen geschlagen. Laut Statuten des Weltverbandes Fifa dürfen Vereine frühestens sechs Monate vor Ablauf eines Vertrages mit einem Spieler verhandeln. Der Nationalstürmer war nach Bekanntwerden des Kontakts über Nacht zum Buhmann geworden und hatte sich den Zorn der Werder-Fans zugezogen.

Im bislang spektakulärsten Fall hatten der FC Chelsea und Ashley Cole etwa 900.000 Euro Strafe zahlen müssen, weil sie bereits ein Jahr vor Vertragsende des englischen Nationalspielers beim FC Arsenal über den später erfolgten Vereinswechsel verhandelt hatten. Coles Berater war für 18 Monate mit einem Berufsverbot belegt worden. "Die Premier League hat die Bestimmungen schärfer gefasst. Das müssen wir auch, aber die 36 Vereine des Ligaverbandes müssen es wollen", sagte Hieronymus. Er kündigte zudem an, dass die Fifa ein neues Reglement für Spielerberater einführen werde. Diese müssen sich künftig bei der DFL registrieren lassen. Bislang sind sie beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) registriert. (tso/dpa)

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