Bundesliga-Auftakt : Wolfsburg gewinnt gegen Stuttgart

Der VfL Wolfsburg ist mit einem Sieg in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart trafen Misimovic und Grafite für den Meister.

Stefan Hermanns
Wolfsburg Foto: dpa
Die Wolfsburger Spieler Grafite (l) und Misimovic haben Grund zum jubeln. -Foto: dpa

Am Anfang einer Fußballsaison ist manches noch neu und manches auch verwirrend. Jens Lehmann zum Beispiel offenbarte gestern Abend zum Start in die 47. Spielzeit der Bundesliga bedenkliche Orientierungsschwierigkeiten. Der Torhüter des VfB Stuttgart reihte sich bei der Aufstellung zur Nationalhymne unter die Spieler des VfL Wolfsburg, und erst nach ein paar Sekunden bemerkte er seine kurzzeitige Verirrung. Es sollte der einzige Aussetzer Lehmanns bleiben. Doch trotz einer guten Leistung seines Torhüters verlor der VfB beim Meister VfL. Zvjezdan Misimovic und Grafite erzielten in der zweiten Halbzeit die Tore zum 2:0-Erfolg für die Wolfsburger, die ihre Serie auf nun 16 Heimsiege ausbauten.

Wenn das erste Spiel einer Saison Aufschluss gibt über deren Gesamtqualität, ist mit Sicherheit nicht die schlechteste Spielzeit zu erwarten. Allerdings trafen in Wolfsburg auch zwei Mannschaften aufeinander, die nicht nur wissen, was der moderne Fußball verlangt, sondern dieses Wissen auch in die Praxis umsetzen können. Das Tempo war von der ersten Minute an hoch, der Kampf intensiv, und trotzdem erarbeiteten sich beide Teams immer wieder gute Chancen.

Stuttgarts Trainer Markus Babbel hatte etwas überraschend seine beiden jüngsten Verpflichtungen Alexander Hleb und Pawel Pogrebnjak von Anfang an aufgeboten. Rückkehrer Hleb, der 55 Minuten auf dem Feld blieb, verfügt über eine geradezu selbstverständliche spielerische Klasse. Manchmal hält er sie vielleicht sogar für zu selbstverständlich. Doch nach nicht einmal einer Woche Training mit den neuen alten Kollegen war Hlebs Wert für den VfB bereits mehr als zu ahnen: Der Weißrusse besitzt eine fußballerische Leichtigkeit, strahlt Ruhe aus und verfügt über ein sicheres Gespür für das Spiel.

Stuttgarts zweiter Neue, der Russe Pogrebnjak, soll im Sturm Mario Gomez ersetzen; zumindest von der Statur her kommt er seinem Vorgänger schon sehr nahe. „Ein schöner Bulle“, hat Babbel in dieser Woche über seinen neuen Stürmer gesagt. Wohl auch aus Respekt vor der Physis des Russen hatte Wolfsburgs Trainer Armin Veh den ähnlich gebauten Alexander Madlung anstelle von Jan Simunek in der Viererkette aufgeboten.

Trotzdem war Pogrebnjak an den beiden ersten guten Chancen für den VfB beteiligt. Zunächst bewährte er sich als Vorbereiter. Nach einer Viertelstunde fand seine Flanke Sami Khedira im Wolfsburger Strafraum, doch dessen guten Kopfball lenkte Torhüter Diego Benaglio an den Innenpfosten, von dort flog der Ball ins Feld zurück. Zehn Minuten später scheiterte dann Pogrebnjak mit einem Kopfball an Benaglio.

In der Offensive sind die Wolfsburger sogar noch ein bisschen stärker ausgestattet als der VfB. Edin Dzeko und Grafite besitzen weiterhin eine Wucht, der viele Abwehrreihen kaum gewachsen sein dürften. In der in der ersten Halbzeit scheiterten beide je einmal am guten Stuttgarter Torhüter Lehmann, gleich nach der Pause spitzelte Serdar Tasci am langen Pfosten den Ball gerade noch vor Grafite zur Ecke. Angesichts der Klasse des Wolfsburger Sturmduos musste der für zehn Millionen Euro verpflichtete Obafemi Martins mit der Rolle vorlieb nehmen, die ihm wohl bis auf weiteres beim VfL zugedacht ist: mit der des Stürmers Nummer drei.

Armin Veh, der neue Trainer in Wolfsburg, will seiner Mannschaft zwar auf Sicht ein neues Design verschaffen, doch zum Auftakt vertraute er weitgehend dem Bewährten. Von den drei Neuen schaffte es nur der Algerier Karim Ziani in die Anfangself. Man muss ja auch nicht mit Gewalt etwas ändern, wenn das Alte bestens funktioniert. Zvjezdan Misimovic war schon in der Meistersaison neben Grafite und Dzeko die dritte überragende Offensivkraft des VfL. Gegen den VfB erzielte er mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze das verdiente 1:0 für Wolfsburg – und bahnte damit dem Sieg seinen Weg.

Die Stuttgarter mühten sich zwar nach dem Rückstand noch, allerdings mussten sie sich in den letzten zehn Minuten zu zehnt der Niederlage entgegenstemmen, nachdem Christian Träsch verletzt ausgeschieden war und der VfB bereits dreimal gewechselt hatte. In Unterzahl kassierte Stuttgart das 0:2 durch Grafite.

0 Kommentare

Neuester Kommentar