Bundesliga : Auslandsvermarktung zu schwach

Der DFL-Geschäftsführer Seifert sieht größeren Nachholbedarf bei der Vermarktung der Bundesliga im Ausland. Durch gute sportliche Leistungen soll der Rückstand auf Spanien, Italien und Primus England verkürzt werden.

Frankfurt/Main - Die Fußball-Bundesliga soll ihren Rückstand auf die großen europäischen Ligen in der Auslandsvermarktung in den kommenden Jahren zumindest zum Teil aufholen. "Unser Benchmark ist die italienische oder spanische Liga, die liegen ein Stück weit vor uns. Es muss darum gehen, diese Lücke zu schließen", sagte Christian Seifert, der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL), der "Frankfurter Rundschau". Den Abstand zur englischen Premier League bezeichnete Seifert dagegen als "gigantisch" und nicht mehr aufholbar. Während die Einnahmen der Bundesliga in der Auslandsvermarktung jährlich 20 Millionen Euro betragen, liegt der Wert im Mutterland des Fußballs mit 150 Millionen Euro um ein Vielfaches höher.

Die Ursache für den Rückstand sieht der 37-Jährige unter anderem im ehemaligen Vertrag mit dem Kirch-Konzern: "Solange die Kirch-Millionen da waren, war bei den Bundesliga-Vereinen der Zug ins Ausland nicht groß ausgeprägt. Jetzt haben alle erkannt, dass wir etwas tun müssen." Aber auch die sportliche Bilanz spielt Seiferts Ansicht nach eine Rolle. Neben den zuletzt fehlenden internationalen Erfolgen, habe auch die Nationalmannschaft rund um die Europameisterschaft 2004 ein Stück weit das Bild geprägt.

Nun gilt es für die Klubs, durch gute sportliche Leistungen die Werbetrommel zu rühren. Denn laut Seifert ist die Bundesliga zwar im Ausland bekannt, könne dies aber nicht in wirtschaftliche Erfolge umsetzen. Der Sportverantwortliche eines Senders würde von seinem Budget für ausländische Rechte momentan zuerst die Premier League, dann die Italiener und Spanier einkaufen. "Erst dann entscheidet er sich vielleicht zwischen uns und der französischen Liga", sagte der DFL-Geschäftsführer. (tso/ddp)

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