Bundesliga : Bayer Leverkusen: Abgeklärtes Erwachen

Leverkusen behauptet durch ein 4:2 gegen Mainz die Tabellenführung.

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Es geht auch ohne seine Tore. Stefan Kießling (links, hier gegen den Mainzer Zsolt Löw) traf ausnahmsweise einmal nicht,...dpa

Mit dem nicht enden wollenden Erfolg wird Jupp Heynckes immer mutiger. Als der Trainer von Bayer Leverkusen nach dem 4:2 (3:1) über den FSV Mainz 05 am Samstagabend über die weiteren Aussichten seiner Mannschaft sprach, wagte er sich weit vor. „Wir haben eine Mannschaft, die bis zum Ende oben mitspielen wird“, sagte der 64-Jährige. Und in Anspielung auf die vielen Bayer-Rekonvaleszenten, die in der Rückrunde zurückkehren, erklärte er: „Es kommt Qualität hinzu, wir werden weiter erfolgreich sein.“ Das leidige Titelthema sprach der Coach des viermaligen Vizemeisters nicht an, aber das musste er auch nicht. Sein Team hatte zuvor mit Nachdruck klar gemacht, dass ein dramatischer Leistungseinbruch in der zweiten Saisonhälfte, wie er Leverkusen schon viele Titel gekostet hat, zumindest vorerst nicht zu befürchten ist. Dazu präsentierte sich die Heynckes-Elf gegen die Mainzer, die sich wie schon beim 2:2 im Hinspiel als unbequemer Gegner präsentierten, zu abgeklärt. Bayer holte erst einen frühen Rückstand auf und drehte die Partie dann innerhalb von nur vier Minuten. Somit bleiben die Leverkusener, die als einziges Bundesliga-Team noch ungeschlagen sind, Tabellenführer vor dem FC Bayern.

Leverkusen war am Samstagnachmittag allerdings holprig in die Rückrunde gestartet. Schon nach 50 Sekunden konnte Aristide Bancé freistehend aufs Tor von René Adler köpfen, der Ball glitt knapp über die Latte. In der sechsten Minute erlaubte sich Michal Kadlec, der nach auskurierter Sprunggelenksverletzung sein Comeback in der Startelf gab, ein unnötiges Foul an Florian Heller an der rechten Strafraumgrenze. Der Freistoß von Andreas Ivanschitz kam als Aufsetzer vors Tor, Adler klärte nur an den Pfosten – den Abpraller nutzte Kapitän Tim Hoogland zum 0:1.

Die Antwort ließ nur neun Minuten auf sich warten. Nach einer Ecke von Bayern-Leihgabe Toni Kroos, erneut in blendender Form, machte Kadlec seinen Fehler wett, indem er den Ball zum 1:1 ins Tor köpfte. Nur vier Minuten später ließ Stefan Kießling zwei Gegenspieler stehen und spielte den Ball in den Lauf von Tranquillo Barnetta, den nicht sonderlich platzierten Schuss des Schweizers konnte der Mainzer Torhüter Heinz Müller nicht festhalten. „Durch den Gegentreffer sind wir geweckt worden, wir hatten danach unsere beste Phase“, sagte Heynckes. Nun spielte Leverkusen, die Mainzer waren aus dem Konzept geraten. So kam Kießling nach einer zu kurzen Rückgabe von Niko Bungert zu einer Chance, Müller rettete mit den Fingerspitzen. Machtlos war der Keeper aber gegen das 3:1 von Kroos. Nach einer Flanke von Daniel Schwaab flog der Ball nach einem missratenen Mainzer Abwehrversuch zu dem 20-Jährigen, der direkt abzog und traf.

Es folgte eine weniger gute Phase der Leverkusener, die das Ergebnis zu lässig verwalteten. Wieder nutzte Mainz die Schwäche des Gegners aus und kämpfte sich zurück. In der 67. Minute klärte Manuel Friedrich nach einer Flanke nur halbherzig, Bungert traf den rechten Innenpfosten, und von dort sprang der Ball zum 2:3 ins Netz. Doch Leverkusen erwachte auch ein zweites Mal. Eren Derdiyok setzte im Gegenzug einen Kopfball über das Tor, eine Minute später peilte Arturo Vidal den Mainzer Kasten, aus dem sich Müller gerade einen Ausflug erlaubte, aus gut 40 Metern an – der Keeper konnte gerade noch retten. Heynckes reagierte mit der Einwechslung zweier Rekonvaleszenten. Renato Augusto kam für Barnetta, Simon Rolfes für Schwaab, was sich zwei Minuten vor Schluss auszahlen sollte. Denn nachdem Ivanschitz eine Chance zum 3:3 vergeben hatte, setzte sich Renato Augusto auf der rechten Seite durch und flankte auf Derdyiok, der den siebten Bayer-Heimsieg mit seinem siebten Saisontreffer perfekt machte.

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