Bundesliga : Bochum vergibt Chancen für drei Siege

Der VfL Bochum erreicht gegen den HSV trotz guter Möglichkeiten nur ein 1:1. Immerhin schienen die Fans mit der Leistung zufrieden zu sein: Sie forderten nicht wie sonst lautstark die Ablösung von Trainer Koller.

Richard Leipold[Bochum]
VfL Bochum - Hamburger SV Foto: dpa
Führung per Fallrückzieher. Stanislav Sestak lässt den Hamburgern Boateng und Mathijsen keine Chance und macht das 1.0.Foto: dpa

Bei vielen Anhängern des VfL Bochum war Trainer Marcel Koller zuletzt nicht mehr wohlgelitten. Aber auf einem Fanabend hat der Fußball-Lehrer einen Vorschlag der Basis aufgenommen. So trug er beim Heimspiel gegen den Hamburger SV zum ersten Mal einen Schal in den Vereinsfarben Blau und Weiß, um seine Verbundenheit mit dem Klub zu zeigen. „Wenn wir gewinnen, ziehe ich ihn nicht mehr aus“, sagte Koller. Das neue Accessoire mag den Hals des Trainers an diesem kalten Tag gewärmt haben, darüber hinaus hat es keine Signalwirkung hervorgerufen. Trotz Stanislav Sestaks Führungstreffer sechs Minuten vor der Pause und einer Reihe weiterer guter Möglichkeiten musste Bochum sich gegen den HSV, für den Ivica Olic in der 70. Minute traf, mit einem 1:1 begnügen.

Diesmal herrschte nach dem Schlusspfiff aber Ruhe im Bochumer Stadion. Anders als nach vielen anderen Heimspielen forderte auf den Rängen niemand lautstark die Ablösung des Trainers. Koller freute sich zwar darüber, diesmal „vom Anpfiff bis zum Abpfiff ein gutes Spiel“ seiner Elf gesehen zu haben, bemängelte aber die Schwächen im Abschluss. „Andere Mannschaften gewinnen mit Chancen, wie wir sie hatten, drei Spiele.“

Der HSV beendete mit dem Unentschieden eine Serie von drei Auswärtsniederlagen. Trainer Martin Jol kritisierte das Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag, vor allem mit Blick auf die erste Hälfte. „Da haben wir das Spiel kontrolliert und dennoch ein Tor kassiert.“ Da der HSV die Partie aber auch hätte verlieren können, zeigte Jol sich letztlich zufrieden. „Wir können mit dem Punkt leben.“
Bochum zeigte sich im Vergleich zur Heimniederlage acht Tage zuvor gegen Hertha BSC stark verbessert. Auf vier Positionen verändert, leistete die Heimelf energisch Widerstand und hatte bei ihren Gegenstößen sogar die besseren Chancen. Eine davon nutzte Sestak sechs Minuten vor der Pause zum Führungstreffer – und wie. Der Stürmer überwand Frank Rost im Hamburger Tor mit einem Fallrückzieher. Bei weiteren Kontern nach der Pause verpassten es Mieciel und Epalle, den Vorsprung auszubauen. Das rächte sich. Nachdem Torhüter Fernandez einen Schuss von Petric abgeklatscht hatte, nutzte Olic den Abpraller zum Ausgleich. Danach spielte Hamburg auf Sieg, vermochte den entscheidenden Treffer aber nicht zu setzen. In der Schlussphase war der VfL dem Siegtor wieder näher. Als Sestak den Torwart umspielt hatte, „haben wir schon angefangen zu jubeln“, sagte Koller. Doch die Hoffnung zerschellte am Pfosten.

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