Bundesliga : Bochum verliert sich

Der VfL Bochum spielt beim 0:2 in Köln wie ein Absteiger. Den Rheinländern hingegen ist der Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga wohl nur noch theoretisch zu nehmen.

Von Jörg Strohschein, Köln

Am Ende ging ein Schrei der Erleichterung durch das Stadion. Denn nach dem 2:0 (1:0)-Sieg des 1. FC Köln über den VfL Bochum ist den Rheinländern mit nun 37 Punkten der Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga wohl nur noch theoretisch zu nehmen. Die 46 000 Zuschauer mussten in dieser Partie nicht lange zittern, bis sie sich des Erfolges gegen den Ruhrgebietsklub sicher sein konnten, da sich ihre Mannschaft kaum einmal erwehren musste. Der VfL Bochum ist hingegen nun bereits seit neun Partien ohne Sieg.
Nur wenige Minuten nach dem Anpfiff hatte sich Bochums Trainer Heiko Herrlich schon unmittelbar an den Rand des Spielfeldes postiert. Er wollte Präsenz zeigen und irgendwie auf seine Spieler einwirken. Offenbar hatte er frühzeitig geahnt, was ihn erwarten würde – und das war aus Sicht der Bochumer nicht viel Gutes. Sein Team zeigte einzig das traurige Gesicht eines Abstiegskandidaten. „Wir sind weder hilflos noch orientierungslos“, hatte der Trainer vor der Partie gesagt. Es schien, als wollten ihm seine Spieler das Gegenteil beweisen. Sie brachten es fertig, in der ersten Hälfte keine einzige nennenswerte Offensivaktion zustande zu bringen. Der Kölner Faryd Mondragon hätte sein Tor verlassen können – es wäre nichts passiert. Derart mut- und ziellos war schon lange kein Gegner mehr im Kölner Stadion aufgetreten. Noch nicht einmal die im Abstiegskampf notwendige Einsatzbereitschaft war vorhanden.
Die Mannschaft von Zvonimir Soldo schien fast verwundert darüber zu sein, wie störungsfrei sie den Ball laufen lassen und das Spiel bestimmen konnte – sie hatte gar keine andere Wahl. Die Kölner bestachen zwar auch nicht durch besondere Kreativität im Spielaufbau, allerdings sorgte ein Geistesblitz in Form eines genau getimten Passes von Taner Yalcin dafür, dass Zoran Tosic nach einer Viertelstunde allein vor VfL-Torhüter Philipp Heerwagen auftauchte, diesen umkurvte und zum 1:0 verwandelte.
Mehr passierte zunächst nicht. Zumindest versuchte der VfL im zweiten Durchgang für einige Minuten durch ein wenig mehr Laufbereitschaft, sich Chancen zu erspielen. Aber an diesem Abend sollte ihnen nichts gelingen – schon gar keine Tormöglichkeit. Der FC brauchte die Partie nur zu verwalten und den richtigen Moment abzuwarten. Der kam zwölf Minuten vor dem Ende, als Tosic seinen zweiten Treffer erzielte. Nach dem Tor setzte sich Heiko Herrlich frustriert zurück auf seine Trainerbank.

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