Bundesliga : Cottbus: Kämpfend auferstanden

Cottbus ist nicht weg. Noch längst nicht. Energie Cottbus ist wieder da – und zwar mitten im Abstiegskampf, wie jedes Jahr. Die Mannschaft zeigt alte Tugenden.

Karsten Doneck[Cottbus]

Ivica Iliev wagte einen Vorstoß über die linke Seite. Flott Tempo aufnehmend führte er nahe der Außenlinie den Ball eng am Fuß. Als ihm ein Bielefelder Abwehrspieler in die Quere kam, bot sich ein Pass zu dem knapp drei Meter entfernt stehenden Emil Jula an. Iliev spielte den Ball ab, hatte dabei aber übersehen, dass sein Mannschaftskamerad Jula in der Zwischenzeit, auf einen Steilpass spekulierend, losgelaufen war. Der Ball trudelte im Rücken von Jula ins Seitenaus. Es gab Einwurf für Arminia Bielefeld.

Über solche spielerischen Unzulänglichkeiten half sich Fußball-Bundesligist Energie Cottbus am Ostersonnabend kämpfend hinweg. Der 2:1-Heimsieg über Bielefeld war letztlich Ausdruck einer ungeheuren Entschlossenheit. „Wenn wir dieses Spiel verloren hätten, wären wir weg gewesen“, stellte Timo Rost später unmissverständlich klar. Nach drei Jahren Erstklassigkeit wäre der FC Energie, der Stolz der Lausitz, wie der Verein sich gerne selbst bezeichnet, in der Zweiten Liga wohl wieder zum Neuanfang gezwungen gewesen.

Aber Cottbus ist nicht weg. Noch längst nicht. Cottbus ist wieder da – und zwar mitten im Abstiegskampf, wie jedes Jahr. Ein Punkt trennt den Tabellenvorletzten jetzt nur noch vom rettenden 15. Tabellenplatz, aktuell belegt von den Bielefeldern. Deswegen war der Sieg gegen die Arminen für Cottbus auch überlebensnotwendig. Fünf Niederlagen in Folge waren dem Erfolg vorangegangen.

Die Cottbuser indes haben einen Vorteil: Sie holen sich die Punkte aus den Spielen gegen die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Gegen die fünf anderen Mannschaften, die in der aktuellen Tabelle von Platz 13 an abwärts platziert sind, hat Energie von bisher acht Spielen erst eines verloren – 2:3 beim VfL Bochum. Gegen die anderen Leidensgenossen sprangen ansonsten vier Siege und drei Unentschieden heraus. Das allein brachte 15 Punkte ein, erst 23 Punkte insgesamt hat Cottbus derzeit auf dem Konto.

Was der FC Energie bedauern wird: In den restlichen sieben Saisonspielen trifft er nur noch zwei Mal auf Rivalen im Abstiegskampf: am 2. Mai beim Karlsruher SC und am 13. Mai daheim gegen Mönchengladbach. Ohne auch gegen die übrigen Gegner (Schalke, Wolfsburg, FC Bayern, Stuttgart und Leverkusen) ab und zu mal zu punkten, wird der Klassenerhalt wohl nicht zu schaffen sein.

Dass die Konkurrenten ab sofort ständig verlieren, darauf will sich in Cottbus niemand verlassen. „Helfen können wir uns letztlich nur selbst“, sagt Verteidiger Daniel Ziebig. Und auch die aus reiner Nervosität resultierenden Missverständnisse wie zwischen Iliev und Jula werden vielleicht schnell abgestellt. Ziebig sagt: „Durch den Sieg gegen Bielefeld gehen wir jetzt mit mehr Selbstvertrauen an die nächsten Aufgaben heran.“

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