Bundesliga : Demba Ba: Alles hängt am Nagel

Der Transfer von Demba Ba von Hoffenheim zum VfB Stuttgart ist wieder ein wenig näher gerückt, endgültig fest aber steht er immer noch nicht.

Oliver Trust[Stuttgart]
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Der Senegalese Demba Ba möchte die TSG Hoffenheim verlassen. -Foto: dpa

Der Transfer von Demba Ba von Hoffenheim zum VfB Stuttgart ist wieder ein wenig näher gerückt, endgültig fest aber steht er immer noch nicht. Nach der x-ten Untersuchung des verletzten Senegalesen gestern in Ludwigshafen gibt es jetzt wenigstens positive Signale. Es sei ein Fortschritt im Heilungsverlauf erkennbar, hieß es. Der Stürmer würde in Stuttgart einen Dreijahresvertrag erhalten, was die Schwaben rund 15 Millionen Euro kostet. Bis Donnerstag (nach einem letzten Arzttermin) soll entschieden werden, ob der VfB den Stürmer in der Gewissheit kauft, dass er Mitte August, wenn die Qualifikation zur Champions League ansteht, wohl nicht einsatzbereit ist.

Im Mai war Ba aus dem linken Schienbein ein 41 Zentimeter langer Nagel entfernt worden, der nach einem Beinbruch vor zwei Jahren eingesetzt werden musste. Die Wunde wollte nicht wie gewünscht heilen, weil Ba bei einem dreiwöchigen USA-Urlaub „zu viel herumgelaufen war“, wie er selbst bekannte. „Das war eindeutig ein Fehler.“ Die schwäbischen Einkäufer, die dringend Ersatz für den für 35 Millionen Euro zu Bayern abgewanderten Mario Gomez suchen, fürchteten eine „bakterielle Infektion“, die Bas Knie angreifen könnte. Der Transfer drohte zu platzen, was alle Beteiligten bis heute vor Probleme stellt.Insbesondere Ba selbst, dessen Berater Karim Aklil auf selten freche Art mit provozierenden Aussagen und einem offenen Brief den Wechsel trotz eines bis 2011 laufen Vertrages forcierte.

Sollte es nicht klappen mit dem Transfer, muss Ba fürchten, sich bei der TSG Hoffenheim wieder hinten anstellen und gegen das Misstrauen des Anhangs kämpfen zu müssen. Hoffenheim hätte ein Problem, weil die 15 Millionen Euro schon für neue Investitionen eingeplant sind und man Ba re-integrieren müsste. Die Stuttgarter schließlich würden sich ärgern, weil nach Patrick Helmes (der Leverkusener zog sich bei einem Urlaubskick einen Kreuzbandriss zu) der zweite Wunschkandidat nicht zu bekommen wäre. Alternativen kämen teurer. Zudem ist man nicht sicher, ob man mit Stürmern wie Marko Pantelic (zuletzt Hertha) und dem Brasilianer Vagner Love (Moskau) glücklich würde. Dennoch „beobachten wir den Markt“, sagte VfB-Manager Horst Heldt.

Was wie ein Schmierenstück anmutete, weil Bas Berater Aklil in Hoffenheim „Mittelmaß“ befürchtete und E-Mails an Zeitungen verschickte, in denen er Bas Wunsch, zum VfB zu wechseln, offen propagierte, driftete Richtung Drama ab, in dem auch Schadenfreude eine Rolle spielte. „Das hat er sich selbst eingebrockt“, sagte Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp und meinte, Ba sei „selbst schuld“.

Wie oft Demba Ba in den vergangenen Wochen Gebete gen Himmel geschickt hat, weiß er selbst nicht mehr genau. Als er gestern Ludwigshafen verließ, um zurück in seine Wohnung in Heidelberg zu fahren, hatte er endlich das Gefühl, das Flehen könnte sich gelohnt haben. Der 24 Jahre alte Senegalese fuhr mit viel Optimismus nach Hause und glaubt fest daran, „dass alles gut wird“. Ob er am Ende glücklich wird, ist fraglich. Sicher ist nur, dass dieses Mal die Nachrichten aus dem Untersuchungszimmer von Chefarzt Günter Germann in Ludwigshafen positiver klangen. Ba wurde im Beisein der Teamärzte Pieter Beks (Hoffenheim) und Raymond Best (Stuttgart) zum wiederholten Male untersucht. In frühestens zehn Tagen könnte Ba in ein geregeltes Einzeltraining einsteigen. Mitte August, wenn es für den VfB um die Champions League geht, dürfte Ba nicht restlos fit sein. Auch deshalb überlegen sie in Stuttgart noch. Auch in Hoffenheim bereitete man sich nach dem ermüdenden Hickhack auf ein Ende vor. „Die Brücke zu Ba ist nie abgebrochen“, sagte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser und meinte, man werde Ba wieder aufnehmen, was „nicht einfach ist, aber möglich“. Vorher aber will man den VfB zu einer raschen Entscheidung drängen. Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick forderte noch diese Woche eine Klärung, sonst werde Ba bleiben. Der VfB will sich ein paar Tage Zeit lassen. Was auch bedeutet, dass Ba am Donnerstag wieder mal zum Arzt nach Ludwigshafen reisen muss.

„Der VfB muss sich bald entscheiden“, sagt nun auch Ba.

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