Bundesliga : Der laute Unterschied

Die Trainingsverhältnisse sind in England anders. Der neue HSV-Coach Martin Jol muss sich erst an das öffentliche Training in Deutschland gewöhnen.

Frank Heike
Training Hamburger SV
Das Training des Hamburger Sportverein am Montag. -Foto: ddp

HamburgDas erste Tor der Saison schoss Sydney Sam. Die Bedeutung war eher gering – es war nur ein Treffer bei Grün gegen Gelb, dem ersten Trainingsspiel des Hamburger SV in der Saison 2008/2009. Am Montagmorgen traf der neue Trainer Martin Jol auf 18 Spieler, noch fehlen die, die für ihre jeweiligen Nationalmannschaften abgestellt worden waren. Sie werden am 10. Juli hinzukommen, Piotr Trochowski erst im österreichischen Trainingslager am 14. Juli.

"Ohne Öffentlichkeit ist es ruhiger"

Zu den am Montag Fehlenden gehörte auch Rafael van der Vaart. Vom HSV ist zu hören, dass ihm ein Wechsel ins Ausland nur vor dem ersten Bundesligaspiel am 8. August gestattet werde. Stünde der kleine Holländer gegen den FC Bayern auf dem Feld, bliebe er beim HSV. Eine Variante, die Martin Jol erfreuen würde.

Mit blauer Kappe auf dem Kopf und verschränkten Armen schaute er der ersten 90-minütigen Einheit seiner neuen Mannschaft zu. "Das ist hier schon anders als in England“, meinte Jol, der zuvor bei den Tottenham Hotspurs tätig war, "da haben wir immer ohne Öffentlichkeit trainiert, da war es etwas ruhiger.“ Angeleitet wurde das Ganze von seinem Assistenten Zeljko Petrovic. Ein Haus in Othmarschen hat Jol gefunden, das Wohnen im Hotel an der Alster ist bald beendet: Es kann losgehen für den 52 Jahre alten Fußballlehrer.
 
Neue Spieler müssen besser sein als die Alten

Allzu viel hat sich im HSV-Kader nicht getan. Am Montag wurde bekannt, dass der Vertrag mit Juan Pablo Sorin aufgelöst wird. Sorin, mit drei Millionen Euro im Jahr Spitzenverdiener, war dauerverletzt und kam in zwei Jahren nur auf 24 Einsätze. Von den beiden Zugängen lief am Montag nur der ehemalige Freiburger Dennis Aogo auf, Jonathan Pitroipa spielte zuletzt für Burkina Faso und darf noch ein paar Tage freimachen.

Zwei Neue, das ist wenig, aber beim HSV ist kaum mehr Geld vorhanden und auch deswegen hat der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann ja angekündigt, der neue Coach aus den Niederlanden werde (und müsse) Profis weiterentwickeln. Stevens hatte für Talente eher wenig übrig, Jol gilt als Mann der Jugend. "Wir haben eine gute Truppe, neue Spieler müssten auch besser sein als die, die schon da sind“, sagte Jol. 

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