Bundesliga : DFB ermittelt nach KSC-Spiel gegen Diego

Werder Bremen ist zurück ins Leistungsloch gefallen. Beim Spiel gegen den Außenseiter Karlsruher SC gab es nicht nur eine Niederlage sondern auch unschöne Szenen zwischen den Spielern. Jetzt ermittelt der DFB gegen Diego.

Christian Hollmann,Kristina Puck
Diego
Diego (l.) hat Ärger mit dem DFB. -Foto: ddp

KarlsruheClaudio Pizarro schlug zu, Diego drehte durch, und Trainer Thomas Schaaf war nur noch genervt: Nach der 0:1 (0:0)- Pleite bei Außenseiter Karlsruher SC bot Werder Bremen einmal mehr ein Bild des Jammers. Stefan Bucks Siegtor für die zuvor neunmal sieglosen Badener in der 83. Minute traf den frustrierten Vizemeister bis ins Mark.

Die Gastgeber verließen die Abstiegsränge und versüßten Coach Edmund Becker das 50. Erstliga-Spiel auf der KSC-Bank. Dagegen riefen die Bremer erneut den sportlichen Notstand aus. "Ich habe keine Angst vor dem Wort Krise. Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", schimpfte Werder-Manager Klaus Allofs. Sein rätselhaftes Team pendelt weiter beständig zwischen Rausch und Kater.

In dieser Form dürfen die Bremer am Dienstag im vorerst letzten Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand kaum auf den Trostpreis Uefa-Cup hoffen. "So wie wir uns präsentieren, hat das keine Zukunft", befand Abwehrchef Per Mertesacker vor dem Heimspiel gegen José Mourinhos Starensemble, bei dem nur ein Sieg und Schützenhilfe von Panathinaikos Athen Werders Verbleib im Europapokal retten kann.

Pizarro bereut Angriff auf Martin Stoll

Am Ende der verkorksten Hinrunde mit dem vorzeitigen Champions- League-Aus und dem Absturz ins Bundesliga-Niemandsland liegen bei den Grün-Weißen die Nerven blank. Pizarros Schlag an den Hals von Martin Stoll in der Schlussminute ahndete Schiedsrichter Guido Winkmann mit Rot. "Ich bereue es", beteuerte der Peruaner, nach dessen Pfostentreffer nach 22 Sekunden Werder die Arbeit mehr als eine Stunde lang eingestellt hatte.

Diegos Würgegriff gegen Christian Eichner übersah der Referee zwar, die Fernsehbilder aber überführten den Sünder. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) will am Montag Ermittlungen gegen den Brasilianer aufnehmen. Der 23- Jährige muss eine längere Sperre fürchten.

"Einige haben gedacht, dass es wieder von allein geht und nicht alles eingesetzt", klagte Gäste-Coach Schaaf. Seine launische Mannschaft wartet seit elf Wochen auf einen Auswärtssieg. Dabei hatte Werder eine Woche zuvor nach der 5:0-Gala gegen Eintracht Frankfurt noch zur großen Aufholjagd geblasen. "So werden wir nicht in der Spitzengruppe landen", urteilte Allofs treffend.

Bremer fallen immer wieder zurück ins Loch

Verstimmt stellte Schaaf fest, dass seine Schützlinge nicht bereit sind, aus ihren Fehlern zu lernen. "Wir haben immer wieder versucht, diese Dinge zu beheben", betonte der Trainer. Doch regelmäßig fallen die Bremer zurück ins Leistungsloch. "Mittlerweile ist das kein Zufall mehr", meinte Kapitän Frank Baumann.

Anschauungsunterricht in Sachen Herz und Siegeswille erhielten die Bremer vor 29.373 Zuschauern im Wildparkstadion ausgerechnet vom Abstiegskandidaten. KSC-Coach Becker lobte die "Leidenschaft und Aggressivität" seiner Schützlinge, bei denen trotz der jüngsten Talfahrt keine Selbstzweifel aufkamen. "Wir haben gezeigt, wozu diese Mannschaft imstande ist", befand Kapitän Eichner.

Manager Rolf Dohmen sieht auch nach dem ersehnten Befreiungsschlag personellen Nachbesserungsbedarf für die Rückrunde. "Wir werden auf jeden Fall zwei, drei Spieler holen", kündigte er an. Matchwinner Buck, der schon Wechselgedanken hegte, will der KSC halten. "Er hat nie aufgegeben, und dafür ist er belohnt worden", sagte Becker.

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