Bundesliga : DFB: St. Pauli soll "Geisterspiel" austragen

Fußball-Bundesligist FC St. Pauli soll wegen des Becherwurf-Skandals das nächste Heimspiel gegen Werder Bremen ohne Zuschauer austragen. Der Kontrollausschuss des DFB hat diese Strafe beantragt. Die Hamburger wollen dem Antrag allerdings nicht zustimmen.

Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner war von einen gefülltem Plastikbecher im Nacken getroffen worden.
Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner war von einen gefülltem Plastikbecher im Nacken getroffen worden.Foto: dpa

Nach den Vorkommnissen beim Bundesliga-Spiel zwischen dem FC St. Pauli und dem FC Schalke 04 am vergangenen Freitag beantragt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beim DFB-Sportgericht für den FC St. Pauli ein Bundesliga-Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Konkret wirft der Kontrollausschuss dem Verein mangelnden Schutz des Schiedsrichter-Assistenten und fortgesetztes unsportliches Verhalten vor. Betroffen wäre das Heimspiel des FC St. Pauli, das nach einem rechtskräftigen Urteil des DFB-Sportgerichts folgen würde.

Der FC St. Pauli hat dem Antrag des DFB-Kontrollausschusses nicht zugestimmt. Die Hamburger fühlen sich zu hart bestraft und befürworten lediglich eine Geldstrafe. "Das ist ein zu hartes Urteil", sagte Teammanager Christian Bönig. "Das war ein Einzeltäter, der in einer Affekthandlung den Bierbecher geworfen hat. Das war nicht organisiert. Außerdem wird in Werder Bremen ein Unbeteiligter bestraft. Das können wir nicht hinnehmen." Auch die Gäste-Fans wären von der Partie ausgeschlossen. Das Am Freitag wird das DFB-Sportgericht im Einzelrichter-Verfahren über den Strafantrag des Kontrollausschusses entscheiden.

Die Bundesliga-Begegnung war vergangenen Freitag kurz vor Spielende beim Stand von 2:0 für Schalke 04 von Schiedsrichter Deniz Aytekin abgebrochen worden, nachdem Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner in der 87. Minute von einen gefülltem Plastikbecher im Nackenbereich getroffen worden war. Der Becher war aus dem Hamburger Zuschauerbereich der Haupttribüne geworfen worden.

Darüber hinaus war in der ersten Halbzeit ein Feuerzeug in Richtung Thorsten Schiffner geworfen worden, in der zweiten Halbzeit waren mehrfach Münzen aus dem Zuschauerbereich in Richtung des Schiedsrichter-Assistenten Holger Henschel geflogen. Auch beim Verlassen des Rasens nach Spielende waren Gegenstände in Richtung des Schiedsrichter-Teams geworfen worden. (dpa/DFB)

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