Bundesliga : Die Play-offs des Fußballs

In der Fußball-Bundesliga beginnt die Zeit der Entscheidungen – ein Überblick von Titel- bis Abstiegskampf.

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Duell der Spitzen. Jefferson Farfans (l.) Schalker wollen Bastian Schweinsteigers Bayern in den verbleibenden vier Spielen noch von Platz eins verdrängen.
Duell der Spitzen. Jefferson Farfans (l.) Schalker wollen Bastian Schweinsteigers Bayern in den verbleibenden vier Spielen noch...Foto: dpa

Die Vorrunde in der Fußball-Bundesliga ist vorbei. Ähnlich wie bei den Play-offs im Basketball oder Eishockey haben sich die 18 Erstligisten in den ersten 30 Spielen in eine möglichst gute Ausgangsposition gebracht. In den letzten drei Wochen fallen nun die Entscheidungen. Fast alles kann noch verspielt oder gewonnen werden. Die Bayern, Schalke, Leverkusen, Dortmund, Bremen und selbst Hamburg können rechnerisch noch Meister werden. Für alle Teams bis Platz elf ist der Europapokal möglich, die letzten acht Teams können noch absteigen. Ein Sonderfall ist Borussia Mönchengladbach: Rechnerisch sind sowohl die Europa League als auch ein Relegationsplatz möglich (vor dem Freitagabendspiel von Köln gegen Bochum, bei Redaktionsschluss noch nicht beendet). In der Serie „Best-of-four“ geht es damit ab jetzt für alle Teams um Meisterschaft, Europapokalteilnahme oder Klassenerhalt. Eine Übersicht:

Meisterschaft

Die gute Nachricht zuerst: Der Meisterkampf in der Bundesliga wird immer spannender. In den vergangenen zehn Jahren wurden noch vier Tabellenführer in den letzten vier Spielen überholt. In den fast vierzig Jahren zuvor war dies erst drei Mal geschehen.

Nun die schlechte Nachricht: Im Moment spricht trotzdem alles für einen souveränen Titelgewinn des FC Bayern München. Sie haben zwar nur zwei Punkte Vorsprung auf den Zweiten Schalke 04. Aber die Münchner haben das leichteste Restprogramm aller Titelkandidaten. Samstagabend spielen sie gegen Hannover, danach in Mönchengladbach, zu Hause gegen Bochum und zum Abschluss in Berlin. Der durschnittliche Tabellenplatz der Bayern-Gegner ist Platz 15. Für ein wenig Spannung bleibt da nur zu hoffen, dass beim FC Bayern angesichts des bevorstehenden Halbfinals in der Champions League Kräfte und Konzentration nachlassen. „Wir haben ein Heimspiel gegen Hannover 96, nicht gegen Lyon“, mahnt van Gaal bereits.

Hilfe von Hannover könnten die Gelsenkirchnerer gebrauchen, denn im Restprogramm wartet noch Werder Bremen auf sie. Der Dritte Leverkusen hat mit sechs Punkten Rückstand nur Außenseiterchancen und muss zudem heute in Stuttgart antreten – beim besten Team der Rückrunde. Die entscheidenden Rolle im Meisterkampf könnte aber am Ende Hertha und Gladbach zukommen: Beide spielen noch gegen alle aus den ersten Drei.

Europapokal

Im Rennen um die Europapokalplätze könnte alles entspannter aussehen: Dank des Pokalfinales Bayern gegen Bremen reicht schon Platz sechs so gut wie sicher für die internationale Qualifikation. Gewänne der HSV die Europa League, wäre sogar Platz sieben ausreichend.

Doch Dortmund und Bremen wollen die Leverkusener noch überholen und in die Champions League. Bei zwei beziehungsweise drei Punkten Rückstand ist das durchaus machbar. Auf die Europa League machen sich dagegen Hamburg, Stuttgart, Wolfsburg und Frankfurt Hoffnungen, auch Mönchengladbach und Mainz hätten zumindest theoretisch noch Chancen. Dabei könnten den Mainzer wie den Hoffenheimer eine Schlüsselrolle zukommen: Sie spielen je drei Mal gegen die Mannschaften auf den Plätzen sechs bis neun. Auf Rechenspiele will sich Stuttgarts Trainer Christian Gross aber nicht einlassen: „Um uns für die Europa League zu qualifizieren, müssen wir alle vier ausstehenden Spiele gewinnen“, forderte er von seinen Profis.

Abstiegskampf

Am Tabellenende galten lange Zeit Nürnberg, Hannover, Freiburg und Hertha BSC als die Mannschaften, die den Bundesligaverbleib unter sich ausspielen. Jedoch spielten Hoffenheim, Köln und Bochum eine derart schwache Rückrunde, dass aus dem Vierkampf ein Siebenkampf geworden ist. Dass Hoffenheim trotz Formschwäche noch absteigt, ist jedoch unwahrscheinlich: Zu oft begegnen sich die anderen Konkurrenten noch in direkten Duellen, als dass sie durch eine Siegesserie epischen Ausmaßes vorbeiziehen könnten. Die Kölner, mit 34 Punkten in einer guten Ausgangsposition, konnten gegen Bochum und danach gegen Bremen, Freiburg und Nürnberg selbst bestimmen, in welcher Liga sie in der kommenden Saison antreten. Dabei hatten sie bis zum Freitag erst zwei Mal zu Hause gewonnen, genau wie Bochum und Freiburg. Für die Breisgauer wird es damit fast zum Nachteil, dass sie noch drei Heimspiele haben. Mit Köln und Bochum meinte es der Spielplan dagegen gnädiger als mit dem Aufsteiger: Für beide hat die DFL in den letzten vier Partien zwei Auswärtsspiele angesetzt.

Doch eine Mannschaft ist noch schlechter: Hertha brachte es fertig, im Berliner Olympiastadion erst ein Mal zu gewinnen und braucht nicht mehr zu rechnen. Bei 22 Punkten hilft nur eines: gewinnen.

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