Bundesliga : Dortmund nervt sich selbst und spielt nur 1:1 in Nürnberg

Borussia Dortmund kommt am zweiten Spieltag in Nürnberg nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus - weil der Meister und Pokalsieger noch nicht die Form der vergangenen Form aufweist.

von
Schneller als der Ball. Der Dortmunder Robert Lewandowski (vorn) scheitert an Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer. Foto: dapd
Schneller als der Ball. Der Dortmunder Robert Lewandowski (vorn) scheitert an Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer. Foto: dapdFoto: dapd

Es war ein leichtes, aber unüberhörbares Grollen, das jeden Satz begleitete, den die Dortmunder nach dem Unentschieden beim 1. FC Nürnberg sagten. „Das 1:1 nervt, so ein Spiel müssen wir gewinnen“, stellte Sebastian Kehl fest. „Da waren zu wenig genaue Pässe“, meinte Julian Schieber. Und Neven Subotic sagte: „Wir haben zu viele Standards zugelassen.“ Und ihr Trainer Jürgen Klopp gestand ein: „Wir sind noch nicht bei 100 Prozent, der letzte Punch hat gefehlt.“ Klopp machte Schiedsrichter Tobias Welz für ein insgesamt zerfahrenes Spiel verantwortlich und übertrieb seine Kritik am jungen Unparteiischen. „Ich hatte das Gefühl, es gab jedes Mal Freistoß, wenn ein Nürnberger fiel. Ich hoffe, er schaut sich das noch einmal an und lernt daraus.“ Vielmehr hatte Dortmund über 90 Minuten mit einem geschickt verteidigenden Gegner Probleme und konnte nie genug Tempo in seinen Spielaufbau bringen.

Beim Deutschen Meister ließe sich nach den Toren von Tomas Pekhart und Jakub Blaszczykowski vor 50.000 Zuschauern mindestens genauso viel Lernpotenzial feststellen wie bei Schiedsrichter Welz, der keine gravierenden Fehler machte – sieht man einmal von der Szene in der 63. Minute ab, in der er durchaus Elfmeter für die Nürnberger hätte pfeifen können. Lukasz Piszczek ging etwas zu forsch in den Zweikampf gegen Robert Mak, der später klagte: „Normalerweise ist das ein Elfmeter. Es war Foul, und er hat mich berührt: Also, was ist das?“

Fast im Gegenzug hatte dann Nürnberg Glück. Javier Pinola köpfte einen Kopfball von Mats Hummels von der eigenen Linie. „Wir konnten Dortmund nicht das offene Feld überlassen“, sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking, „wir haben das mit Leidenschaft gemacht, ja, man kann sagen, wir haben sie genervt.“ Für die Zukunft wünschte sich Hecking noch „mehr Mut im Spiel, damit wir Dortmund mal schlagen können.“ Trotz der größeren Spielanteile wäre eine Niederlage für den Meister durchaus drin gewesen. Mak vergab in der 86. die größte FCN-Chance, als er nur den Pfosten traf.

Nach 31 Minuten ließ Hummels Gegenspieler Pekhart nach einem Eckstoß zum Kopfball kommen und Roman Weidenfeller blieb keine Abwehrchance. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass viele Mannschaften so defensiv spielen werden wie die Nürnberger, die haben nur zerstört. Wir müssen so eine Spielweise knacken“, meinte Hummels.

In der Schlussphase verließ die Nürnberger dann etwas der Mut. Die Dortmunder aber konnten trotz der Einwechslungen von Mario Götze und Schieber die Begegnung nicht mehr gewinnen, sondern sahen bei manchem Konter schlecht aus. „Das Unentschieden ist insgesamt sicher gerecht“, analysierte Club-Coach Dieter Hecking. „Wir wissen schon, gegen wen wir gespielt haben, deshalb ist das 1:1 für uns ein Erfolg.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben