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Bundesliga : Dortmund rettet Unentschieden in letzter Minute

Mit einem Last-Minute-Tor von Joker Jakub Blaszczykowski hat Tabellenführer Borussia Dortmund beim Hamburger SV ein 1:1 gerettet. Anders als im Hinspiel zeigten die Norddeutschen aber großes Engagement.

Frank Heike
Hamburgs Änis Ben-Hatira (li.) gegen Dortmunds Mats Hummels.
Hamburgs Änis Ben-Hatira (li.) gegen Dortmunds Mats Hummels.Foto: dpa

Es war am Ende ein Tor von Blasczykowski, dass ganz Dortmund jubeln ließ. Sein Treffer in der Nachspielzeit bescherte Borussia Dortmund den kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleichstreffer beim Hamburger SV. Die ganze Dortmunder Bank rannte auf das Feld, so groß war der Jubel, die Niederlage beim HSV noch abgewehrt zu haben. Leverkusen könnte mit einem Sieg gegen St. Pauli am Sonntag den Rückstand auf fünf Punkte verkürzen.

Nach der HSV-Führung durch van Nistelrooys Elfmeter in der 39. Minute erspielte sich der BVB ein halbes Dutzend allerbeste Chancen, scheiterte aber am Hamburger Torwart Frank Rost oder am Gebälk. Bis der Pole mit dem Spitznamen „Kuba“ kam. Es war zum Teil prächtig anzusehen, wie sich Dortmund in hohem Tempo die Möglichkeiten erspielte. Aber vor allem Mario Götze ließ beste Chancen aus gegen eine guten HSV, der die letzten 13 Minuten zu zehnt spielte, weil Ben-Hatira Gelb-Rot sah. Das 1:1 war mehr als verdient für den BVB.

Nicht drüber reden und nicht wackeln – die Dortmunder sind es längst leid, weiter darüber Auskunft zu geben, wann sie denn Meister werden können oder was passieren müsste, dass sie es nicht werden. In Anbetracht fehlender Geschichten wurde in Dortmund schon die Haarpracht von Kevin Großkreutz zum Thema – erst, wenn der Titel geholt ist, will der Mittelfeldspieler zum Friseur.

Am liebsten wollte die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp auf dem Rasen überzeugen. Allerdings war Klopp klar, dass sein Team auf eine selbstbewusste Hamburger Mannschaft treffen würde. Als Endspiel für den HSV um einen Platz im europäischen Wettbewerb war die Partie in Hamburg tituliert worden. Der HSV stürmte auch gleich munter los.

Doch die beste Abwehr der Liga begann mit einem starken Mittelfeld um Nuri Sahin, der etliche Bälle erlief oder erkämpfte und so mehr als eine optische HSV-Überlegenheit verhinderte. Bender neben ihm hingegen hatte nicht seinen besten Tag. Dortmund versuchte schon, wie ein cooler Tabellenführer zu spielen: mit nicht vielen Chancen rechnend, dann aber eiskalt zuschlagend. Beinahe wäre diese sinnvolle Taktik in der Fremde aufgegangen: In der 34. Minute rannte Lucas Barrios aufs Hamburger Tor zu und traf auch hinein, aber Schiedsrichter Gagelmann erkannte auf Abseits. Eine Fehlentscheidung, die auf der Dortmunder Bank für Ärger sorgte. Als ziemlich viel auf ein torloses Remis zur Pause hinauslief, fand ein Steilpass Aogos Stürmer Petric. Den attackierte Mats Hummels mit einem Foul – Gagelmann sah darin eine elfmeterreife Aktion. Ruud van Nistelrooy verwandelte sicher. Nur eine Minute nach der Hamburger Führung hätte Ben-Hatira beinahe den zweiten HSV-Treffer erzielt – Weidenfeller wehrte ab. Dortmund mobilisierte nun Reserven, bestürmte das Hamburger Tor, wollte offenbar nicht zurückliegend in die Pause gehen. Und fast hätte es geklappt mit dem Ausgleich: Mario Götze wollte schon jubeln, doch seinen Schuss aus nächster Nähe kratzte Gojko Kacar von der Linie.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein Spiel mit Tempo und Klasse. Dortmund hätte den Ausgleich erzielen müssen, als Götze völlig frei vor Rost stand. Der Dortmunder hob den Ball aber über das Tor. Dann strich Barrios’ Kopfball am Hamburger Tor vorbei. Dortmund bekam nun die Chancen zum Ausgleich, mehrfach – Piszczeks Schuss wurde von Aogo abgelenkt und rollte gegen den Pfosten, Götze dribbelte famos durch den HSV-Strafraum, scheiterte aber an Rost. Zu guter Letzt hämmerte Barrios den Ball an die Latte, fast zu guter Letzt. Die vierte Saisonniederlage der Dortmunder bahnte sich an – bis in die Nachspielzeit.

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