Bundesliga-Duo in der Europa League : Druck für Freiburg, Vorfreude in Frankfurt

Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg gehen mit unterschiedlichen Befindlichkeiten in ihre Spiele in der Europa League. Während die Hessen ihre internationalen Auftritte genießen, sieht das beim SC ein bisschen anders aus.

Freiburgs Trainer Christian Streich hofft in Sevilla auf eine Überraschung.
Freiburgs Trainer Christian Streich hofft in Sevilla auf eine Überraschung.Foto: dpa

Vor ihren so unterschiedlichen Duellen in der Europa League waren sich Armin Veh und Christian Streich einig. Die Trainer von Eintracht Frankfurt und SC Freiburg richteten mahnende Worte an ihre Fußballer. Während es die Hessen an diesem Donnerstag (21.05 Uhr, live bei Kabel 1 und Sky) mit dem vermeintlichen Leichtgewicht Apoel Nikosia - aber immerhin zyprischer Meister - zu tun bekommen, müssen die Breisgauer zuvor (19.00 Uhr, Sky) beim zweimaligen UEFA-Pokal-Sieger FC Sevilla ran.

„Mir wird zu sehr die Favoritenrolle zugeschoben. Wir haben den Gegner beobachtet. Das ist eine technisch gute Mannschaft“, sagte Frankfurts Coach Veh am Mittwoch in Nikosia. Der 52 Jahre alte Fußball-Lehrer verwies zudem darauf, dass Nikosia „wesentlich mehr internationale Erfahrung“ habe als die Eintracht. „Wir sehen uns nicht als klaren Favorit. Aber egal ob Bundesliga, Pokal oder Europa League - wir wollen immer gewinnen.“

Als Freund unmissverständlicher Worte hatte sich zuvor auch Heribert Bruchhagen gezeigt. Und so nahm der Vorstandsboss der Eintracht die Hessen in die Pflicht. „Für den Sechsten der Fußball-Bundesliga muss es der Anspruch sein, dort zu bestehen“, fordert Bruchhagen mindestens einen Punkt bei Apoel Nikosia.

Freiburg hofft auf die Wende

Solche forschen Töne können sich die Freiburger derzeit nicht leisten. Nach der 0:5-Klatsche bei Borussia Dortmund dümpeln die in der Bundesliga immer noch sieglosen Breisgauer auf dem vorletzten Tabellenplatz herum. Trainer Streich warnte sein Team eindringlich vor den Spaniern. „Ich erwarte eine aggressive Mannschaft, die uns von Beginn an unter Druck setzen will“, sagte er. Der FC Sevilla habe „viele schnelle Offensivspieler“, erläuterte der 48-Jährige.

Freiburgs Präsident Fritz Keller hofft in Sevilla auf die Wende: „Der Aufschwung wird auf jeden Fall kommen. Ob am Donnerstag oder Sonntag wird man sehen.“ Angesichts der prekären Lage können die Freiburger den Auftritt in der „Prinzessin der Städte“, wie die Sevillaner ihre Heimat nennen, wohl nicht so recht genießen. Zumal das Team von Trainer Christian Streich nach dem verschenkten Auftaktsieg beim 2:2 gegen Slovan Liberec bereits unter Druck steht. „Wir wollen einen Punkt holen. Im Idealfall natürlich drei, aber dazu gehört auch Glück“, meint Keller.

Der Saison-Fehlstart hat ihn nach dem Abgang zahlreicher Leistungsträger nicht überrascht. „Wir wussten, was auf uns zukommt“, sagt Keller. „Wir lassen uns nicht aus der Bahn werfen, das ist unsere Stärke. Wir sind sehr zuversichtlich.“ Das gilt auch für die Partie in Sevilla: „Wir müssen cool bleiben und gut stehen“, fordert der Vereinschef. Dann klappt es vielleicht mit dem ersten Europacup-Erfolg seit 4354 Tagen. Im November 2001 siegte die Elf des damaligen SC-Trainers Volker Finke mit 4:1 beim FC St. Gallen.

In Frankfurt ist Ruhe eingekehrt

Der letzte Sieg der Eintracht im europäischen Wettbewerb liegt zwei Wochen zurück. Im ersten Gruppenspiel wurde Girondins Bordeaux mit 3:0 vom Platz gefegt. An diese Leistung wollen die Hessen in Nikosia anknüpfen. Zumal nach dem schwierigen Saisonstart mit drei Niederlagen in den ersten vier Bundesligaspielen mittlerweile Ruhe beim Tabellen-13. eingekehrt ist. „Wir sind im Augenblick sehr zufrieden und können Europa genießen. Wir waren sieben Jahre lang über Bord, daher ist jedes Spiel auf der internationalen Bühne ein Highlight für uns alle“, betont Bruchhagen.
Allerdings warnt der 65-Jährige davor, sich zu sehr auf den Europapokal zu fokussieren. „Wir müssen in der Bundesliga auf der Hut sein. Das ist ein ständiger Behauptungskampf“, erklärt der Eintracht-Boss. Und der geht schon am Sonntag weiter: Dann müssen die Frankfurter in Freiburg ran. (dpa)

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