Bundesliga-Frisuren : "Asa, wie kann ich so sexy aussehen wie du?"

Im Kampf der Bundesliga um Abstieg und Meistertitel muss alles stimmen - auch die Frisur. Der Renner der auslaufenden Saison sind Haargummis und Tönungen. Und am Ende bleibt nur bei Günter Netzer alles wieder beim Alten.

Stuttgart - Im Endspurt der Bundesliga muss alles sitzen: die Taktik, die Zuspiele, das Trikot sowieso - und auch die Frisur. Fußball ist schließlich Kopfsache. Im Medienzeitalter achten mittlerweile manche Spieler derart penibel auf ihre Haarpracht, als gebe es im Profigeschäft eine B-Note fürs Styling. So wird vor dem Anpfiff in der Kabine gegelt, gezupft, gekämmt und gebunden. "Es ist schon so, dass sich da der eine oder andere noch richtet, eigentlich die meisten", beschreibt Horst Heldt, Teammanager des VfB Stuttgart, die Szenen vor dem Spiegel.

Der 37-Jährige kennt das nur zu gut aus seiner aktiven Zeit, die erst eineinhalb Jahre zurückliegt. "Ich hatte sogar mal lange Haare, aber die sind mir ständig ins Gesicht gefallen", sagt er und lacht heute darüber: "Man muss ja was sehen beim Fußball."

Haargummis voll in

Deshalb sind Haargummis und -bänder der Trend der Saison. Herthas serbischer Stürmer Marko Pantelic, der zur Zeit zum Haareraufen spielt, trägt zum Beispiel eines. Und Stuttgarts portugiesischer Kapitän Fernando Meira, der mit seinen rabenschwarzen glatten Strähnen aussieht wie ein stolzer Krieger. Oder der blonde (Marco) Engel(hardt) vom 1. FC Nürnberg sowie Ioannis Amanatidis (Eintracht Frankfurt) mit einem Kopfschmuck wie ein wahllos wild verwuschelter Wischmopp. Daneben Bayern-Stürmer Claudio Pizarro: Der Peruaner nestelt während einer Partie so oft an seiner Frisur, dass man glauben könnte, er sei mehr damit beschäftigt sein Haar zu ordnen als zu spielen. Bei Nationalspieler Torsten Frings von Werder Bremen ist das mitunter ähnlich.

Trendsetter in Sachen Frisur war eigentlich lange Teenie-Idol Bastian Schweinsteiger mit seinem Irokesenschnitt. Trotzdem hat man in den vergangenen Monaten kein gutes Haar an dem Mittelfeldspieler gelassen. Da der Haarschnitt ein Ausdruck des Zeitgeists und neben der Trikotnummer oft das einzige ist, wodurch die Zuschauer die Männer in den Einheitstrikots und Hosen unterscheiden können, veröffentlichen die Fachmagazine "kicker" und "Sportbild" neuerdings Porträtserien, wie sich Spieler und Trainer im Laufe der Jahr(zehnt)e verändern. Und siehe da: Vor 20 Jahren trug sogar Oliver Kahn "Vokuhila".

"Ich bin doch kein Weib"

VfB-Coach Armin Veh standen die Haare zu Berge, als er las, er habe zu seiner Zeit in Rostock seine Haare getönt. "Ich bin doch kein Weib", sagte der in Ehren ergraute 46-Jährige. Dabei wird inzwischen auch in Fußballheften für Tönungs-Gel für das männliche Geschlecht geworben. Aber es gibt auch einen Ex-Kicker, der seiner Frisur über Jahrzehnte treu geblieben ist: Günter Netzer lässt sich wegen irgendwelchem modischen Schnippschnapps keine grauen Haare wachsen. (Von Ulrike John, dpa)

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